version 5b, 21.sept 2009

der konsum von cannabis ist seit jahrzehnten so gut wie weltweit verboten. die begruendungen fuer die totale prohibition haben sich immer wieder gewandelt und haben nur gemeinsam dass sie falsch sind. da sie die cannabis prohibition nicht logisch begruenden koennen ohne sofort widerlegt zu werden, muessen die verantwortlichen der drogenpolitik (1) auf desinformation (21) und abschreckung setzen.
die massenmedien sind ihnen dabei zu diensten, sie haben kein interesse bei einem so heiklen thema der staatlichen linie zu widersprechen und stellen cannabis durchwegs in einem uebertrieben negativen licht dar.
darum kann man aus fernsehen, radio und printmedien so gut wie keine wahrheitsgemaesse aussage ueber die wirkung von cannabis auf den menschen erfahren.

als begruendung fuer die cannabis-prohibition mussten in der vergangenheit herhalten:
die angebliche eignung von cannabis seine benutzer wahnsinnig und gewalttaetig zu machen, seine angebliche toxizitaet, sein angebliches suchtpotential, der geringe wissensstand ueber seine wirkung, seine angebliche eignung als einstiegsdroge, und zuletzt isolierte mechanismen seiner wirkung, die, aus dem zusammenhang gerissen, auf negative folgen schliessen lassen (die bei einer realistischeren betrachtung aber nicht zur geltung kommen).
da alle diese begruendungen wissenschaftlich widerlegt bzw. widerlegbar sind und man nun auch ueber das koerpereigene cannabinoidsystem ausreichend bescheid weiss um zu erkennen dass cannabinoide keine koerperfremden substanzen sind, bleibt drogenpolitikern, neben der aufforderung die finger davon lassen ohne zu wissen warum, nur noch der hinweis auf eine nicht naeher bestimmte "gefaehrlichkeit" oder auf ominoese "negative folgen" (die aber in der regel bloss aus der staatlichen verfolgung bestehen).
es draengt sich immer wieder der verdacht auf dass es aus sicht der drogenpolitiker nichts sinnvolleres gibt als den buerger ueber die wahren eigenschaften von cannabis im unklaren zu lassen, um keine fragen aufkommen zu lassen die sie nicht beantworten koennten, wie z.b.: warum muss allen menschen, egal welchen alters, der gebrauch von cannabis untersagt sein, wo es doch eigentlich niemandem schadet und andere, anerkannterweise giftige und addiktive drogen zugleich legal sind? (31).

die grossen massenmedien sind, wie gesagt, der regierung bei ihrer desinformation leider sehr zu diensten. die gruende dafuer herauszufinden beduerfte einer eigenen untersuchung. ist es opportunismus und vorauseilender gehorsam, eine weisung von oben, oder gesellschaftlicher druck, oder eine mischung aus allen?
sie beschraenken sich jedenfalls entweder darauf zu berichten was ihnen politik und polizei vorgeben (anstatt die sinnhaftigkeit ihrer aktionen und aussagen zumindest hin und wieder zu hinterfragen), und/oder berichten von sich aus uebertrieben negativ ueber drogen. dazu mischen sich, wegen des geringen kenntnisstands aller beteiligter ueber die eigenschaften von cannabis, halbwahrheiten und oberflaechliche beobachtungen, und wohl wegen der ueberzeugung vieler beteiligter aus ideologischen und moralischen gruenden gegen drogen vorgehen zu muessen, auch glatte luegen und laecherliche uebertreibungen ("einmal probieren und schon ist man suechtig", "kalter entzug von cannabis", etc.).
bei jeder erwaehnung in den medien die ich bisher gehoert oder gelesen habe wurde cannabis als gefaehrlich und suchterzeugend dargestellt, und sei es nur durch bezeichnungen wie "suchtmittel", "suchtgift" und "rauschgift". (warum muss eine pflanze, die weder giftig noch suchtausloesend ist, "suchtgift" heissen?)
gern zeigt man die aktionen von polizei und zoll gegen cannabis-haendler und -konsumenten (z.b. in der serie "achtung, kontrolle" im deutschen fernsehen). bei ihnen auch nur kleinste mengen von cannabis zu finden wird da immer wieder als grosser erfolg dargestellt der alle dabei entstandenen kosten fuer die allgemeinheit angeblich rechtfertigt. die so zur schau gestellte offensichtliche kriminalitaet der droge macht dann jede weitere frage ueberfluessig.
in amerikanischen filmen, die unser weltbild leider staerker praegen als es den leuten wohl bewusst ist, gelten drogendealer ohnehin als das personifizierte boese und werden gerne erschossen wie hunde (2).

niemals wird man (ausser aus der medizinischen anwendung) auch nur ein positives wort ueber cannabis hoeren, nicht einmal ein neutrales.
allzu oft gilt das motto: lieber mit negativen aussagen abschrecken und moeglichst wenig ins detail gehen, damit die leute nicht auf den geschmack kommen. als ideal gilt ja "just say no!", und dafuer braucht man nichts zu wissen. (so wird z.b. immer wieder einfach von "drogen" gesprochen, wenn es eigentlich bloss um cannabis geht.)

die totale prohibition ist ein massiver eingriff in das leben der menschen. jedoch steht nicht einmal im suchtmittelgesetz eine begruendung fuer das verbot der drogen, sondern (sinngemaess) bloss: verboten ist was im rahmen der "single convention" (der von der usa initiierte vertrag ueber die verfolgung von drogenhaendlern und -konsumenten) verboten ist, spricht: was die u.s.-regierung verbietet. so entzieht man sich ohne muehe jeder verantwortung. (und uebergibt die regelung dieser belange einer fremden regierung)

bei gesetzestreuen buergern und besorgten eltern wirkt die propaganda der letzten jahrzehnte noch nach, sie glauben vor allem die jugend um jeden preis vor cannabis schuetzen zu muessen (und treiben sie damit bloss zu alkohol und tabak, und sogar zu harten drogen (3)).
die mehrheit der buerger haelt cannabis immer noch fuer gefaehrlich, selbst wenn (oder gerade wenn) sie davon eigentlich keine ahnung haben. anderslautende wissenschaftliche tatsachen dringen nur langsam zu ihnen durch, weil die medien sie, wenn ueberhaupt, nur zoegerlich verbreiten.
nicht wenige menschen glauben dass drogen (alle drogen, also auch cannabis) eines der groessten uebel unserer welt sind und dass eine drogenfreie welt erstrebenswert waere. sie tragen durch ihre forderung an die politik, auch weiterhin gegen konsumenten und dealer vorzugehen, ihren teil zur aufrechterhaltung der cannabis-prohibition bei. das leid, das dabei dadurch entsteht dass sich die staatsmacht zwischen die menschen und ihre beduerfnisse stellt, rechnen sie dann den drogen an.
kriminalstatistiken, die drogendelikte miteinbeziehen, erwecken den anschein dass eine welt ohne drogen eine welt mit weniger kriminalitaet waere. (4)
dabei sind "drogendelikte" im fall von cannabis (und das sind ja die allermeisten) keine delikte im eigentlichen sinn, weil es keine geschaedigten gibt. sie bezeichnen einfach den handel mit und den konsum von cannabis.

bei der aufrechterhaltung der cannabis-prohibition wirkt noch eine weitere taktik der gegner einer realistischeren beurteilung: die vermischung von cannabis in der oeffentlichen meinung mit heroin bzw. anderen gefaehrlichen rauschmitteln. das geschieht ja schon allein durch die zusammenfassung aller verbotenen substanzen (ungeachtet ihrer sehr verschiedenen eigenschaften) unter dem begriff "drogen":
wie jeder "weiss" sind drogen gefaehrlich und machen suechtig, und cannabis ist ja auch eine droge. ergo ist cannabis gefaehrlich und macht suechtig.
so kann man die gefaehrlichkeit eines rauschmittels auf ein anderes uebertragen. jeder, der sich fuer eine liberalisierung von cannabis ausspricht, wird so zum befuerworter einer voelligen freigabe aller drogen gemacht und weckt bei eltern schnell die horrorvorstellung ihre kinder wuerden sich demnaechst, womoeglich staatlich sanktioniert, dem heroin hingeben.
eine differenzierte betrachtung wird (offenbar bewusst) dadurch erschwert dass man aussagen zu "drogen" bunt durcheinanderwuerfelt, sodass nur dem kritischen zuhoerer auffaellt dass z.b. in einem satz von barbituraten die rede ist ("schwere entzugserscheinungen"), im naechsten aber von cannabis ("weit verbreitet"). beobachtet in einem "delta" (3sat) ueber drogen, aber auch an anderen stellen immer wieder...
die subjektive erfahrung des cannabisrausches wird entweder voellig ausgeklammert oder extrem simplifiziert (suche nach gluecksgefuehlen, flucht vor der realitaet...).
wer ueber drogen spricht muss keine drogenerfahrung haben, im gegenteil wuerde er sich verdaechtig machen und unglaubwuerdig erscheinen, haette er sie. so sprechen "experten" ueber dinge die sie nicht verstehen, und alle finden das ganz normal.


die veraenderte wahrnehmung unter dem einfluss von cannabis wird als "wahnvorstellung", "kognitives defizit" oder "psychose" verunglimpft (artikel in einer tageszeitung 2008).
jemand ohne drogenerfahrung wird an diesen bezeichnungen auch nichts falsches finden: wahnvorstellungen zu haben ist schliesslich das was man von drogenkosumenten erwartet, und oberflaechlich betrachtet muss es einem aussenstehenden ja auch so vorkommen.
etwaige positive wirkungen, von denen konsumenten berichten, werden schnell als bloss subjektiv empfunden und eingebildet angetan. ein drogenkonsument ist ja nicht zurechnungsfaehig, er wird alles sagen was dazu dient seine "sucht zu befriedigen" und sie zu rechtfertigen...

in all den jahren in denen ich die medien in hinblick auf die berichterstattung ueber cannabis beobachtet habe war die fundierteste darstellung eines cannabis-rauschs (in einem einstuendigen "welt der wunder-spezial" ueber drogen) sinngemaess folgende:
zuerst kommt der lach-flash, dann der fress-flash, und wenn man pech hat oder zuviel erwischt, kommt die paranoia. selbst in einer 45minuetigen dokumentation ueber cannabis von "arte" wird nichts darueber ausgesagt wie es wirkt. (sehr wohl werden aber "gravierende schaeden" erwaehnt, die jedoch nicht naeher spezifiziert werden.)
serioesere informationen sind, abgesehen vom selbstversuch, nur ueber buecher oder im internet zu bekommen, jedoch werden sie wohl in der regel nur von menschen in anspruch genommen die ohnehin schon eine positive einstellung zu cannabis haben, sie tragen also wenig zum wissensstand der breiten oeffentlichkeit bei und erreichen auch entscheinungstraeger und medienmacher nicht.
die mit abstand bevorzugten medien sind nun einmal fernsehen, radio und tageszeitung, und die sind mit der negativen darstellung durch die staatliche drogenpolitik gleichgeschaltet.
darin kann jeder ueber cannabis aussagen was er will, solange es nur negativ genug ist. schliesslich gibt es ja keine interessensvertretung fuer kiffer, die bei allzu dicken luegen protestieren koennte. (29)

angesichts dieser informationslage muss sich ein logisch denkender mensch fragen was -zig millionen cannabis konsumenten zu dieser droge treibt. oder was menschen in den letzten 5-8 jahrtausenden daran gefunden haben. oder warum cannabis in indien heute noch als mittel zur meditation und erleuchtung gilt. sofern er das ueberhaupt weiss...
den medien zufolge beschraenken sich die moeglichen taetigkeiten unter dem einfluss von cannabis ja auf das essen von schokolade und bloedsinniges gelaechter, dessen grund die bekifften selbst nicht kennen.
wannimmer sonst noch cannabis thematisiert wird, z.b. in film oder kabaret(34), beschraenkt man sich zumeist auf diese beiden aspekte, naemlich suesses essen zu wollen und sinnlos zu lachen. aber auch vermeintliche einblicke in die welt zu haben, die jeder nuechterne mensch sofort als hirngespinste erkennt, traut man einem kiffer zu.

waehrend die medizinische anwendung von cannabis eine gewisse rehabilitation erfaehrt (was noch lange nicht bedeutet dass jeder krebs- und aidskranke (5), der davon profitieren wuerde, es auch einnehmen darf, was uebrigens ein guter indikator dafuer ist mit welcher verbissenheit und grausamkeit man in drogenfragen zuweilen vorgeht) ist die anwendung von cannabis fuer "recreational purposes" bei der nicht kiffenden allgemeinheit immer noch verpoent und wird als moralisch verwerflich gesehen, und sei es nur weil es eben verboten ist.

man kann also heute in den massenmedien ueber cannabis und den cannabis-rausch keine nuetzlichen informationen finden.
wie bei anderen themen auch entstand hier eine spaltung der bevoelkerung, wurde aus der drogenfrage eine glaubensfrage: da gibt es jene die der regierung vertrauen und, ohne ueber die sache etwas zu wissen, lauthals nach staatlicher intervention gegen cannabiskonsumenten und -haendler rufen. und es gibt jene die es zwar besser wissen, die sich aber verstecken muessen und auf die niemand hoert.
wer weiss wieviele menschen in oesterreich oder deutschland kiffen, warum sie es tun und wie es ihnen dabei geht? genau niemand. weil man niemanden fragen und eine ehrliche antwort erwarten kann. das ist politik ohne jeden bezug zur realitaet...

dass unsere grossvaeter noch knaster rauchten und cannabis vor etwas mehr als 100 jahren noch das meistverkaufte medikament in europa war, weiss heute so gut wie niemand mehr.
genausowenig wissen die meisten aerzte welche grossen nutzen cannabis haben kann, und zwar nicht nur als heilmittel gegen gruenen star und schuppenflechte, sondern gegen die viel haeufigeren angststoerungen, gegen stress und depressionen, psychosomatische schmerzen (16) und schlafstoerungen, erkrankungen die massive kosten fuer das gesundheitswesen verursachen (und zugleich ein gigantisches geschaeft fuer die pharmaindustrie darstellen).
oder sie wissen es und scheuen sich davor cannabis anzuwenden, aus berechtigter angst vor repressionen. (17)

DER RAUSCH

die meisten menschen kennen rausch nur als alkoholrausch, und daraus leiten sie ihr bild von allen anderen raeuschen ab.
rausch bedeutet fuer sie kontrollverlust, gleichgueltigkeit (wenn nicht verachtung) gegenueber dem eigenen koerper und geist (da alkohol ja schon schaedlich ist und drogen in ihren augen ja mindestens ebenso schaedlich sein muessen),
der berauschte macht sich schuldig gegen die mitmenschen, er verliert lebenszeit, geld und gesundheit, wird asozial, und zeigt verhalten dessen er sich spaeter, wieder nuechtern, schaemen muss. der kater kommt als gerechte strafe. (14) er wird suechtig und verliert den bezug zur realitaet. er geraet in eine abwaertsspirale aus der er sich allein meist nicht mehr befreien kann.
jeder "weiss": drogen borgen nur zusaetzliches glueck, und fordern es dann mit zinsen zurueck.
(dass all das nicht auf cannabis zutrifft erfaehrt man wohl in der regel erst wenn man es selbst konsumiert.)
drogen und tod liegen in der allgemeinen meinung sehr nahe beieinander, drogen und persoenlichkeitsbildung hingegen haben nichts miteinander zu tun. bewusstseinserweiterung gilt als mythos, oder als etwas das sich kiffer im rausch einbilden moegen. die frage nach dem sinn des eigenen lebens ist sowieso ein running gag, weil (angeblich) unbeantwortbar. (6)
fuer selbstfindung und selbstverwirklichung ist in unserer gesellschaft nur platz wenn sie im rahmen eines jobs geschehen. eigenverantwortung im zusammenhang mit drogen heisst bloss dass man die finger davon laesst ohne es gesagt zu bekommen (32). dementsprechend sind auch nicht wenige menschen stolz darauf noch nie irgendeine droge konsumiert zu haben. wer zu viel ueber diese dinge weiss macht sich sowieso verdaechtig. so wird unwissenheit zur tugend...
dass kuenstler zuweilen zu cannabis greifen wird ihnen als schwaeche angesehen und vielleicht verziehen, weil die ja sowieso etwas verrueckt sind. die vorstellung, dass aus ihrem cannabis konsum ein nutzen fuer die allgemeinheit resultieren koennte, empfinden wohl die meisten menschen als abwegig. ich habe welche sagen gehoert: "wenn die das nicht ohne drogen koennen sollen sie es bleiben lassen". welche folgen das fuer die gesellschaft haette weiss niemand, da wegen der gesellschaftlichen aechtung und strafrechtlichen verfolgung niemand offen zugibt welche seiner werke unter dem einfluss von cannabis entstanden sind. wer jedoch ein wenig einblick hat weiss dass dinge von grossem wert fuer die menschheit (z.b. die werke von salvador dali) unter dem einfluss von cannabis enstanden und entstehen.

dementsprechend ist die "offizielle" ansicht, warum menschen zu kiffen beginnen, auch bloss:
sie werden als jugendliche von freunden dazu gedraengt und koennen dann nicht mehr aufhoeren (weil sie ja suechtig sind). oder sie werden von dealern verfuehrt, die ja angeblich ein interesse daran haben leute suechtig zu machen. (die einsicht dass dealer nur ein beduerfnis befriedigen ist nicht sehr verbreitet.)
oder: sie wollen der realitaet entfliehen und sich in eine scheinwelt zurueckziehen. sie suchen das glueck und wollen dazu eine abkuerzung nehmen. (anscheinend verwechselt man da wieder die wirkung von cannabis mit der von heroin. cannabis konsum macht naemlich nicht unbedingt gluecklich.)
einmal "suechtig" werden kiffer dann faul und traege. oder aufsaessig und unleidlich. sie gehen nicht mehr aus dem haus und haben nicht mehr am leben teil. sie werden dumm und leisten nichts mehr. oder sie werden paranoid und nerven ihre mitmenschen mit (selbstverstaendlich voellig haltlosen) verschwoerungstheorien.

das ist wohl ungefaehr alles was der nichtkiffende buerger von dieser sache "weiss", aber auch nur sofern er sich ueber das stupide "drogen sind boese" erhoben hat. eine meinung hat man ja auch wenn man nichts weiss, und in der demokratie traegt die meinung jedes einzelnen, wie uninformiert er auch sein mag, zur drogenpolitik bei.

wuerde diese desinformation nun mit dem ersten eigenen erleben des cannabis rauschs ihre wirkung verlieren, waere sie ja nicht so schlimm. dann koennte man naemlich sagen: jene die sich von anderen menschen davon abhalten lassen diesen zustand selbst zu erleben, haben es nicht besser verdient, und die anderen merken eh bald selbst wie es sich wirklich verhaelt.
doch leider haben oft selbst konsumenten vorurteile und erliegen fehlinterpretationen. so glauben manche sie waeren cannabis-suechtig (und sind es bestenfalls vom tabak in ihren joints). oder sie glauben man koenne unter dem einfluss von cannabis nichts anderes tun als herumliegen und musikhoeren (nichts gegen herumliegen und musikhoeren). viele steigern sich in ein gefuehl des "breit"-seins hinein, und glauben der rausch bestehe bloss daraus nicht zu funktionieren, nicht mehr denken zu koennen, wo cannabis doch etwas ganz anderes boete.
oder sie gehen berauscht prinzipiell unter menschen und erfahren so nicht dass man mit cannabis hervorragend meditieren kann.
obwohl sicher viele menschen einen nutzen aus ihrem gebrauch von cannabis ziehen, glaube ich doch dass viele nicht wissen was eigentlich in dieser pflanze steckt.
den wenigen konsumenten die dadurch auffallen dass sie mit cannabis ein problem haben (weil es sie verwirrt, oder weil sie glauben nicht mehr aufhoeren zu koennen), steht die masse derer gegenueber die mit ihrem konsum ueberhaupt kein problem haben und denen er im gegenteil hilft ihr leben zu meistern. die tragen aber, da sie sich wegen der prohibition verstecken muessen, nicht zum bild des cannabis-konsumenten in der oeffentlichkeit bei.
(das bringt gesundheitsbehoerden dann zu aussagen wie der dass der durchschnittliche kiffer 18 jahre alt sei und aus ungeordneten familiaeren verhaeltnissen stamme. (2008))

da ich also finde dass es sehr schwer ist realistische aussagen ueber den cannabis rausch zu erhalten, moechte ich hier meine eigenen erfahrungen anbieten, ergaenzt mit informationen aus ein paar guten buechern (wie z.b. "marijuana-myths, marijuana-facts", "lichtarbeit", und ein paar ueber kundalini). (30)
ich moechte vorausschicken dass ich keineswegs glaube bereits den besten weg gefunden zu haben, cannabis zu benutzen. zu subjektiv ist das erleben und zu unuebersehbar der moegliche nutzen. es geht mir einzig darum der desinformation und manchen missverstaendnissen, denen ich selbst unter kiffern begegne, entgegenzuwirken und zu zeigen dass cannabis ein hervorragendes mittel zur einleitung einer meditation und zur anregung der kundalini sein kann.
ich haette viel lieber eine form zu erzaehlen gewaehlt, bei der ich weniger persoenliches preisgeben muss, aber bei einer so individuellen sache wie dem cannabis-rausch geht das wohl nicht. da ist es schwer allgemeingueltige aussagen zu machen und ich will daher bloss meine subjektive sichtweise darlegen, dann kann jeder selbst entscheiden inwieweit das auf ihn zutrifft. in bereichen in denen menschen verschieden sind wird auch das rauscherlebnis bei jedem variieren (wie in der frage wie nah einem die konfrontation mit den eigenen aengsten geht), in dem grossen bereich aber in dem wir menschen gleich sind (wie in der trennung zwischen verstand und unterbewusstsein), koennten meine ausfuehrungen durchaus allgemeingueltig sein.

den cannabis rausch ueber oberflaechliche betrachtungen hinaus zu beschreiben ist nicht ganz leicht, da sein verlauf stark von der person und den aeusseren umstaenden abhaengt.
ich habe forscher cannabis als sedativum bezeichnen gehoert, andere beschreiben es als psychosen-imitierend. doch das stimmt, meiner meinung nach, beides nicht.
cannabis tut naemlich hauptsaechlich eines: es oeffnet den zugang zum unterbewusstsein.

DAS UNTERBEWUSSTSEIN (UNENDLICHE WEITEN)

wer sich mit hypnose oder nlp (neurolinguistisches programmieren) beschaeftigt erfaehrt dass sich unser geist in verstand und unterbewusstsein trennen laesst, wobei der verstand jene funktionen beinhaltet derer wir uns selbst bewusst sind, er bewaeltigt die aufgaben des alltags, alle "hoeheren" funktionen finden dort statt: sprache, strategien, abstrakte gedanken, vernunft. fuer das funktionieren in einer dichten und weitgehend uniformen gesellschaft sind diese funktionen unerlaesslich. im verstand passieren jene gedanken die wir beobachten koennen, und mit seiner hilfe legen wir uns eine persoenlichkeit zurecht, sprich: wir legen fest wie wir unsere triebe und wuensche bewerten und kanalisieren. der verstand erhaelt auch eine kontinuierliche realitaet aufrecht (allerdings nicht selten gegen besseres wissen des unterbewusstseins). (7)

da wir nur den verstand bewusst bei der arbeit beobachten koennen, und wir unsere umwelt zum groessten teil mit worten beschreiben und vermittelt bekommen, denken wir im allgemeinen: unser verstand, das sind wir selbst.
vom unterbewusstsein wissen wir in der regel wenig. wir lernen vielleicht einmal in der schule darueber, aber wie die seele ist es etwas abstraktes fuer uns, etwas ungreifbares, dessen auswirkungen auf unser denken wir nicht kennen. die haeufigste assoziation zum wort "unterbewusstsein" ist wohl "daemonen", denn die sind ja dort angeblich daheim. wenn wir uns also nicht gerade fuerchten vor dem unterbewusstsein und den daemonen darin, messen wir ihm in der regel wenig bedeutung bei.
dabei waere die umgekehrte wertung angebrachter.
nach freud hat das unterbewusstsein keine grosse aufmerksamkeit mehr erfahren, sodass sich heute selbst neurologen, angesichts der tatsache dass jeder bewussten entscheidung nervenimpulse vorausgehen die wir nicht bewusst ausloesen und wahrnehmen, ernsthaft die absurde frage stellen ob wir ueberhaupt einen freien willen haben oder ob wir "von unserem gehirn kontrolliert" werden. die moeglichkeit, dass entscheidungen im unterbewusstsein vorbereitet und dann dem verstand zur ausfuehrung uebergeben werden, kommt ihnen offenbar nicht in den sinn (oder sie sehen das unterbewusstsein (oder eigentlich das gehirn als ganzes) nicht als teil ihrer selbst).
dabei ist (selbst von diesen neurologen) unbestritten dass sich im unterbewusstsein all unsere motive, unsere wuensche und aengste befinden. alles was der verstand bearbeitet wird ihm zuerst vom unterbewusstsein hinaufgereicht, um es zu filtern, zu interpretieren, und in jene bewussten gedanken und handlungen zu transformieren die uns zu menschen machen. (8)

die kraefte des unterbewusstseins entziehen sich also unser direkten kontrolle und beobachtung, und der verstand uebersetzt sie nicht nur sondern daempft sie auch: wir erlauben unseren animalischen trieben und instinkten nicht an die oberflaeche zu dringen und unser handeln zu bestimmen. und es ist ja auch sinnvoll wenn man nicht jedesmal voellig aus dem leben kippt bloss weil man etwas schoenes sieht, etwas leckeres riecht und schmeckt, oder etwas ueberraschendes hoert. man koennte sagen: der verstand ist der serioese, nuechterne "erwachsene", und das unterbewusstsein ist das neugierige, begeisterungsfaehige, emotionelle und auch furchtsame "kind", von dem aber jeder impuls ausgeht der den "erwachsenen" handeln laesst.
eine gesellschaft wie die unsere, die dem einzelnen nur einen sehr kleinen spielraum zum ausleben seiner triebe und beduerfnisse zugesteht, kann nicht anders funktionieren als indem es den schwerpunkt der realitaetserzeugung auf den verstand legt. man koennte allerdings sagen dass sie das bereits in einem hoeheren masse tut als fuer den einzelnen (und auch fuer die menschheit als ganzes) gut sein kann.
denn ein ignorieren des unterbewusstseins fuehrt zu vielen problemen...

zu allen zeiten haben menschen methoden gekannt mit dem unterbewusstsein zu kommunizieren und dadurch zu informationen zu gelangen die ihnen sonst verborgen blieben und die sie als goettlich ansahen, naemlich durch trance und durch drogen.
doch in unserer gesellschaft spielt trance keine rolle mehr, und drogen sind ja verboten. nur mittels hypnose (und nlp) sprechen wir bewusst mit dem unterbewusstsein, im alltag sind es meist nur kurze momente in denen der verstand die abschirmung lockert, und bloss in unseren traeumen leben wir wirklich in dieser welt der unverfaelschten bilder und gefuehle. nach dem aufwachen verblasst die erinnerung daran aber schnell da sofort der verstand wieder die kontrolle uebernimmt, und der beschliesst rasch dass das gerade erlebte keinerlei bedeutung fuer die "realitaet" hat.
die grosse mehrzahl der menschen kann durchaus ein langes leben fuehren ohne jemals einen bewussten trancezustand zu erleben, was aber nicht ohne folgen bleibt. so koennen wir viele negative aspekte des lebens sehen die aus dem immerwaehrenden abgeschnittensein vom unterbewusstsein resultieren: das problemlose luegen und verfaelschen der tatsachen mittels worten (9), der weite graben zwischen leben und kuenstlerischem ausdruck bei den meisten menschen, mangelnde empathie, und am schlimmsten: ein hartnaeckiges leugnen und verdraengen ihrer eigentlichen wuensche, das viele menschen bis zu ihrem tod aufrechterhalten. menschen koennen sich muehelos ein lebenskonzept zurechtlegen das mehr von den eltern, gesellschaftlichen zwaengen und hollywoodfilmen gepraegt ist als dass es ihnen selbst entspricht, und dieses rollenspiel dann ein leben lang durchhalten. nicht dass es ihnen dabei gut ginge, aber kennen sie eine alternative?
wieviele leben in resignation, alkoholismus, stumpfsinniger arbeit, konsumrausch oder fresssucht wuerden sich wohl aendern wenn die betreffenden einmal einen unverfaelschten blick auf ihr innerstes selbst erlangen koennten? dabei waere es egal ob dies durch herkoemmliche meditationtechniken erreicht wird, oder eben durch cannabis-induzierte meditation.
am muehelosesten geht es natuerlich mit cannabis ...

im gegensatz zum verstand kann das unterbewusstsein nicht luegen, da einfache bilder (also abgesehen von bewusster bildmanipulation in den medien, oder selektive wahl von bildausschnitten) nichts vortaeuschen koennen. den satz "peter ist nicht dumm" wird der verstand, den logischen regeln der sprache zufolge, als "peter ist klug" verstehen. das unterbewusstsein sieht hier aber das bild von peter neben dem eines dummen menschen stehen und verbindet die beiden. der umstand dass das bild von "dumm" verneint, also quasi durchgestrichen ist, macht es ja nicht weniger erkennbar. das unterbewusstsein wird sich daher (wohl zu recht) fragen warum hier "peter" mit "dumm" assoziiert wird und ob in diesem satz nicht ein verborgener sinn steckt der die aussage eigentlich ins gegenteil verkehrt. wenn verstand und unterbewusstsein zusammenarbeiten (sprich: ersterer techniken kennt und zulaesst die letzteren zu wort kommen lassen) wird auch der verstand das erkennen, und wertvolle schluesse daraus ziehen koennen (wie den dass der urheber des satzes peter vielleicht nicht fuer ausgesprochen bloed haelt, aber auch nicht fuer wahnsinnig schlau, und eigentlich letzteres aussagen wollte).
(das ist ein einfaches beispiel, bei anderen realitaetsverfaelschenden worten kann es weitaus schwieriger sein die eigentliche aussage zu erkenen.)

savants (menschen mit asperger syndrom) sind autisten die verschiedene, oft unglaubliche faehigkeiten haben ("inselbegabungen"). einer zeichnet ganze stadtansichten (fehlerlos) aus dem gedaechtnis nach, ein anderer modelliert tiere aus ton, perfekt und mit spielerischer leichtigkeit innerhalb von wenigen minuten, wieder ein anderer lernt eine komplette fremdsprache innerhalb einer woche und kann pi bis zur 22.000sten stelle aus dem gedaechtnis aufsagen.
eines haben sie aber gemeinsam: sie haben schwierigkeiten ein selbststaendiges leben zu fuehren, weil ihnen einfach gesagt der ueberblick fehlt. informationen stuerzen ungefiltert auf sie ein, sie sind verwirrt vom chaos einer stadt, von der vieldeutigkeit der sprache und der vielschichtigen nonverbalen kommunikation zwischen menschen. wenn leute jeden tag etwas anderes anhaben kann es ihnen schwerfallen sie wiederzuerkennen, genauso wie gebaeude, die ja zu jeder tageszeit anders beleuchtet sind. man kann sagen savants sehen die dinge immer genau so wie sie sind, was verhindert dass sie sie in kategorien und symbole packen koennen wie "normale" menschen das tun.
interessanterweise haben neurologen festgestellt dass die unglaublichen talente dieser menschen nicht auf ein mehr an irgendwelchen gehirnfunktionen zurueckzufuehren sind, nicht auf eine hoehere anzahl von neuronen oder synapsen irgendwo, sondern auf einen mangel an etwas. naemlich auf einen mangel an einer funktion des gehirns die diese perfekten faehigkeiten und wahrnehmungen normalerweise unterdrueckt bzw. filtert.
(in der dokureihe "expedition ins gehirn" wird ausgesagt manche forscher seien der meinung das jeder mensch diese ueberragenden faehigkeiten haette, dass sie bei uns aber normalerweise von hoeheren funktionen (z.b. der sprache) ueberlagert werden.)

man kann solch eine hemmung der unterdrueckung, die bei savants z.b. durch epileptische anfaelle verursacht wurde, auch mit magnetfeldern simulieren (13), mit dem ergebnis dass menschen fuer mehrere minuten z.b. viel naturgetreuer zeichnen koennen.
das zeigt dass unsere geistigen faehigkeiten weiter gehen als wir sie normalerweise erkennen und benutzen.
das ausschalten bestimmter teile bzw. funktionen des gehirns kann offenbar anderen ermoeglichen zur vollen leistung zu gelangen, waehrend sie ansonsten gehemmt sind.
auch unter dem einfluss von cannabis treten gesteigerte geistige und sensorische faehigkeiten zutage, und offenbar ist der mechanismus, der zu ihrer freilegung fuehrt, ein aehnlicher. in diesem fall daempft der verstand normalerweise das unterbewusstsein, und lockert die daempfung unter dem einfluss von cannabis.

wenn wir nuechtern einen realen gegenstand zeichnen so sieht der zumeist schematisch aus, ein tier bilden wir z.b. immer von der seite gesehen ab. mit cannabis berauscht zeichnen wir hingegen nicht nur realistischer und detailgetreuer, sondern auch eher pespektivisch, so als ob wir ein reales foto, das wir irgendwo gespeichert haben, abzeichnen. (das werte ich als beweis dafuer was ich weiter unten ueber die unterschiedlichen speichermethoden von verstand und unterbewusstsein aussagen werde: der eine bedient sich symbolen, das andere benutzt bilder.)

viele menschen tun sich schwer den cannabis rausch einzuordnen: zum einen geschieht jede analyse im verstand und der ist ja waehrend des rauschs weitgehend seiner normalen funktion enthoben, was dazu fuehrt dass man schwer ergruenden und beschreiben kann was einem da widerfaehrt (und was auch dazu fuehrt dass man sich nicht wappnen kann, sondern jedesmal aufs neue vor der aufgabe steht sich seinem unterbewusstsein stellen zu muessen). zum anderen sind die menschen der westlichen welt generell wenig geuebt im umgang mit ihrem unterbewusstsein, sodass man bestimmte aspekte des cannabis rauschs nicht unbedingt der droge an sich zuschreiben sollte, sondern sie als bewaeltigungsstrategien eines ungewohnten zustands sehen koennte: wenn jemand beim konsum von cannabis inaktiv und menschenscheu wird muss das nicht heissen dass die droge sedativ wirkt und paranoid macht, sondern es kann auch einfach sein dass sich der betreffende fuerchtet in diesem geisteszustand von anderen menschen blossgestellt und angegriffen zu werden. der umstand dass es sich bei diesem zustand um etwas verbotenes und verpoentes handelt traegt sicher dazu bei...

man kann wohl sagen dass ein mensch als kind in der welt noch die unendlichen moeglichkeiten sieht, und spaeter beim erwachsenwerden bei der gedanklichen freiheit nur noch abstriche macht: mehr und mehr selbst auferlegte verbote, alle moeglichen variationen von wirklichkeit in erwaegung zu ziehen, verengen unsere sicht zunehmend, wir werden "vernuenftiger". unsere mitmenschen weisen uns (oft genuesslich und mehr als notwendig waere) in schranken die sie fuer angebracht halten, und die zumeist bloss ihre eigene desillusioniertheit und resignation wiederspiegeln und ihren neid auf die freiheiten anderer, und sei es die der eigenen kinder.
der wert von drogen im allgemeinen und cannabis im speziellen liegt darin dass wir mit ihnen diese erlernten barrieren durchbrechen koennen: veraenderte standpunkte lassen uns unsere normale sichtweise auf die welt und unsere stellung darin mit etwas abstand betrachten und objektiver beurteilen. auf dass wir auch noch im erwachsenenalter erkennen dass an jedem neuen tag im prinzip alles moeglich ist, und dass wir, solange wir niemandem schaden, auch niemandem rechenschaft schuldig sind...

"ich lebe im unterbewusstsein. unsere blasse vernunft verbirgt das unendliche vor uns."
jim morrison, zumindest laut film "the doors" (oliver stone 1990)...

SICH SEINEN AENGSTEN STELLEN

wenn wir den zugang zu unserem unterbewusstsein oeffnen, was begegnet uns als erstes? was ist die staerkste kraft dort, bei allen menschen gleich, unabhaengig von kultur, religion und geschlecht?
es ist die angst.
angst haben wir vor allem moeglichem, was aber immer da ist und unbewusst die groessten auswirkungen auf unser denken und handeln hat ist die angst vor dem eigenen tod. auch wenn wir in unserem normalen leben, unter tatkraeftiger unterstuetzung unseres verstands, perfekt imstande sind es zu ignorieren, zu leugnen und zu ueberspielen, hier tritt es zutage: der eigene tod ist nicht nur das unbegreiflichste das uns widerfahren wird, sondern fuer die meisten auch die furchterregendste vorstellung.
die ersten minuten des cannabis rauschs sind von einem unangenehmen gefuehl gekennzeichnet, dessen intensitaet allerdings stark variieren kann: zum einen ist das, so wie alle eigenschaften des cannabis rauschs, von einer mindestdosis abhaengig, zum anderen gibt es ja unbeschwertere gemueter und solche die das leben weniger leichter nehmen. wer im einklang mit sich selbst ist hat hier weniger zu "befuerchten".

nehmen wir an die dosis war ausreichend, man hat auch nicht schon den ganzen tag oder die tage davor gekifft (wovon ich sowieso abrate, weil ich nur im uebergang zwischen nuechternsein und berauschtsein den nutzen sehe, und man sich mit niedrigdosierter dauerbenebelung um die eigentlichen vorzuege von cannabis bringt). nehmen wir weiters an man hat gutes marijuana, und nicht drittklassiges haschisch das dumpf und muede macht.
dann wird jeder mensch, mehr oder weniger, sich seinen aengsten stellen muessen, indem er sie durchlebt. wenn jemand weniger analytisch begabt ist wird er das als unbestimmtes unbehagen empfinden, bei genauerer betrachtung wird aber alles was uns in unserem leben gerade beschaeftigt von einem etwas anderen standpunkt betrachtet werden, naemlich von einem von dem aus wir uns unserer selbst nicht mehr so sicher sind, wo wir bescheidener werden, wo mut dem abwaegen weicht und uebermut der ernuechterung.
haben wir gerade streit mit einem menschen der uns nahe steht, wird die angst ihn zu verlieren in den vordergrund treten vor unserem aerger ueber ihn. wenn wir vor einer schweren pruefung stehen werden wir diese stimmungsveraenderung zum anlass nehmen noch einmal genau nachzudenken wie das wohl werden wird und ob wir ausreichend vorbreitet sind. sind wir gerade ein grossen risiko eingegangen werden wir nun ueberegen wollen ob wir das auch in zukunft noch vorhaben.
auch das bewusstwerden der eigenen sterblichkeit kann zum thema werden, muss es aber nicht. wenn wir das wollen koennen wir uns aber unseren tod sehr realitaetsnah und eindruecklich vor augen fuehren, auch seine schlimmste form, naemlich getoetet zu werden von jemand anderem. das mag alles sehr unangenehm sein, andererseits ist es aber auch sehr lehrreich. zum beispiel kann man daraus lernen dass man vielleicht doch nicht so abgebrueht ist wie man das, vor allem als junger mensch, gerne von sich glaubt. und man kann lernen wie sich handlungen, die man an anderen begeht, anfuehlen.
aber vielleicht gibt es ja gerade keinen anlass fuer angst: jemand der in seinem (nuechternen) leben wahrhaftig ausgeglichen ist, muss diese phase nicht unbedingt als sehr unangenehm empfinden. solche leute duerften aber eher selten sein. viel oefter wird ein mensch in seinem nuechternen leben dazu neigen ein unangenehmes thema zu verdraengen, und je laenger und gruendlicher er dies tut desto heftiger bricht es dann unter dem einfluss von cannabis hervor. darum ist cannabis nicht fuer jeden geeignet. viele menschen werden den rausch einfach nur als unangenehm empfinden und danach die finger davon lassen. ob es nicht besser fuer sie waere sie wuerden sich ihren aengsten stellen, muessen sie fuer sich selbst beantworten. ich finde es jedenfalls wichtig festzustellen dass es hier um ein sich-den-eigenen-aengsten-stellen geht, und nicht um "paranoia" ohne tieferen sinn.
(schon freud sagte uebrigens man muesse sich seinen aengsten aus dem unterbewusstsein stellen, sie nicht austreiben sondern in sich aufnehmen und damit leben lernen.)

was immer ihr gegenstand auch ist, jede ernsthafte betrachtung wird von einer verschiebung des eigenen standpunkts profitieren, besonders wenn es wie bei cannabis einmal in die eine richtung geschieht und dann in die andere: denn cannabis macht uns zuerst nachdenklich, bescheiden, furchtsam, danach aber gelassen und mutig. gegenueber einem bestaendig neutralen standpunkt ist das unendlich wertvoll: zuerst haben wir die gelegenheit noch einmal sehr ernsthaft ueber eine sache nachzudenken, danach haben wir den noetigen mut sie auszufuehren.
die unterstellung kiffer moechten bloss der realitaet und ihren problemen entfliehen koennte meiner ueberzeugung nach nicht falscher sein. cannabis ist dafuer nicht wirklich geeignet. man kann damit zwar schon seinen problemen entfliehen, wenn man das unbedingt will und man cannabis (meiner meinung nach) missbraeuchlich benutzt, aber nicht ohne sie sich vorher immer wieder bewusst zu machen in einem ausmass das nuechtern gar nicht moeglich ist.

neurologen sagen darueber dass cannabis in der amygdala wirkt (einem mandelfoermigen kern im zentrum unseres gehirns), die unsere erlebnisse mit emotionen belegt und angstvolle erinnerungen speichert, und dass es dort (auch als natuerlich vorkommendes cannabinoid), neben den modifikationen anderer geistiger funktionen, zu denen es faehig ist, diese erinnerungen an die angst loescht und dadurch bewirkt dass wir nicht dauerhaft von ihr bei unseren handlungen beeintraechtigt werden.
aber zuerst muessen wir diese aengste durchleben, und sie dadurch neu bewerten, ihnen den schrecken nehmen. das bedeutet nicht dass wir ausradieren was uns angst macht, sondern dass wir dazu eine gelassene haltung gewinnen. das sind grundlegend verschiedene dinge...

denn man mag einwenden dass auch heroin oder schlaftabletten gelassen machen. das tun sie, aber ueber den mechanismus der gleichgueltigkeit. das ist nicht nur langfristig nutzlos, sondern unterscheidet sich auch grundlegend von dem was cannabis uns ermoeglicht, naemlich aengste zu mindern indem man sich ihnen stellt.
gelassenheit unterscheidet sich von ignoranz, erstere beinhaltet immer noch das bewusstsein der gefuerchteten sache und seiner bedeutung fuer uns, bloss unsere einstellung dazu hat sich geaendert.
wahrscheinlich stellen sich wenige menschen ihren aengsten mehr und oefter als cannabis-konsumenten. dazu ist mehr mut noetig als viele nicht-kiffer wohl aufzubringen imstande waeren.
(so mancher der stolz ist niemals cannabis zu benutzen hat wohl eher angst davor.)

wenn menschen in einer runde kiffen wissen sie von sich dass sie sich dann bald an einem uebergang befinden an dem sie voruebergehend labil und verwundbar werden. jemanden in dieser situation anzugreifen oder sich ueber ihn lustig zu machen verbietet sich daher von selbst.
darum gibt es eine gewisse verbundenheit zwischen menschen die cannabis gemeinsam benutzen oder auch nur vom konsum des anderen wissen, die wohl auch auf der annahme beruht dass der andere fuer soziale spiele, luegen und oberflaechlichkeiten weniger empfaenglich ist, da er sie als unsinnig durchschaut haben muesste. nicht-konsumenten, die sich ihnen gegenueber einer suggestiven oder irrefuehrenden sprache bedienen (und sei es ohne boese absicht, einfach aus gewohnheit), die glauben ihnen etwas vormachen zu koennen oder gar sie einschuechtern zu muessen, werden rascher durchschaut, was sie mitunter glauben laesst kiffer waeren elitaer und arrogant.

ANGSTFREI ODER REBELLISCH?

cannabis macht uns also, nachdem es uns unsere aengste durchleben laesst, gelassen. diese gelassenheit stellt sich nach ca. 10-20min ein und haelt stunden, wenn nicht tagelang an, und kann zum bestandteil unserer persoenlichkeit werden (20). cannabis kann also dazu beitragen dass ein mensch eine furchtlosere einstellung zu seinem leben gewinnt.
allerdings ist das bei jugendlichen nicht unbedingt erwuenscht. und man kann es auch uebertreiben...

in dem masse wie menschen mit androhung von strafe zu schule und arbeit (oder zum funktionieren im allgemeinen) gezwungen werden, wird ihre unempfindlichkeit gegen diese drohungen unerwuenscht sein und eltern und lehrer gegen cannabis aufbringen. sie werden finden dass es ihre sproesslinge traege und gleichgueltig bzw. aufsaessig macht. allerdings ist das immer eine reaktion auf die betreffende umwelt und nicht eine eigenschaft der droge an sich. wenn sich die lebenssituation von einer drohenden zu einer lockenden, neugier weckenden, belohnenden wandelt, wird auch der bekiffteste jugendliche mitspielen. bloss fuer bangemachen ist er nicht mehr empfaenglich, und ich finde das ist sein gutes recht.
(trotzdem ist der schutz der jugend ein argument mit dem cannabis auch erwachsenen vorenthalten wird. auf die idee einen eignungstest wie zum lenken eines fahrzeugs oder dem tragen einer waffe einzufuehren, oder einfach eine altersgrenze ab der man kiffen darf, kommt (nur) scheinbar niemand, was den verdacht naehrt es ginge bei der prohibition gar nicht um den schutz der jugend.)

viele menschen finden dass cannabis seine konsumenten rebellisch macht, aber wenn ueberhaupt ist es eine rebellion gegen die angst und gegen den der angst verbreitet. ein angstfreies leben ist jedes menschen recht (waehrend man ueber die sinnhaftigkeit von rebellion sicher streiten kann). beim streben nach einem leben ohne angst geht es um etwas das man fuer sich selbst erreichen will, und nur wenn es einem andere menschen nicht zuerkennen wollen wird sich dieses bestreben gegen diese menschen richten. zuallererst ist das erreichen der angstfreiheit aber ein interner prozess. schliesslich kann man jedem druck auch ausweichend begegnen, also weder sich fuegend noch dagegen angehend. zu soviel weisheit ist aber nicht jeder (vor allem junge) mensch faehig: die neu erlangte lebensqualitaet kann ihn auch arrogant machen, und respekt vor anderen menschen kann ebenfalls dieser befreiung von der angst zum opfer fallen.
doch selbst dann kann man noch der meinung sein dass sich zur loesung dieses konflikts eher die gesellschaft toleranter werden sollte, und nicht die cannabis konsumenten angepasster: mit verstaendnis und nachsicht sollte dieses problem eher zu loesen sein als mit verboten und strafen. ich fuerchte allerdings dass es da momentan noch wahrscheinlicher ist dass man einen solchen menschen von der schule oder der arbeitsstelle wirft, zu einer therapie zwingt, ihm den fuehrerschein entzieht und zu einer serie von drogentests verurteilt, was ihn dann wohl endguetig zum rebellen macht und zur opposition gegen obrigkeit und staatsgewalt treibt, ein lebenslauf den man dann dem cannabis-konsum zuschreibt und der dann dazu benutzt wird die strengen staatlichen massnahmen zu rechtfertigen.
wenn also jemand sagt cannabis mache rebellisch, muss ich erwidern: nein, es laesst menschen die moeglichkeit eines angstfreien lebens erkennen und dieses ziel verfolgen. nur jemand der diesen menschen ein solches leben nicht zugestehen will, wird das als rebellion und als angriff gegen sich empfinden.

PARANOIA, ODER: DER GUTE RAUSCH

und wie kommt es dann zu cannabis-induzierter "paranoia"?
viele leute glauben sie sei eine eigenschaft des thcs, eine dem cannabis innewohnende eigenschaft also. doch dagegen spricht dass dieses gefuehl der beklemmung nur 10-15min anhaelt, und zwar dosisunabhaengig. waere es eine direkte folge des thcs, und nicht eine begleiterscheinung des umstiegs von verstand auf unterbewusstsein, muesste es ja bei hoeherer dosis laenger anhalten, oder nicht?
und warum tritt es dann bei jeder neuen zufuhr von cannabis auf? das liegt wohl daran dass der zugang zum unterbewusstsein ja nicht nur geschlossen oder offen sein kann, sondern alle moeglichen zwischenstufen einnehmen kann. (was wohl eher dem menschen entspricht als die mechanistische "alles oder nichts"-, "an oder ab"-, "null oder eins"-sichtweise). jede steigerung des thc spiegels bewirkt also eine vertiefung der "trance", und bedarf einer weiteren korrektur unserer welt- und selbstsicht, mit allen umstellungschwierigkeiten...
ich denke dass der ploetzliche zugang zum eigenen unterbewusstsein (und mit cannabis geschieht das ja innerhalb von minuten) immer eine herausforderung darstellt. man muss von einer funktionsweise, in der man zwangslaeufig zu jeder zeit um kontrolle und beherrschung der eigenen emotionen und wuensche bemueht ist, uebergehen zu einer bei der diese vorgehensweise nicht nur nicht mehr zielfuehrend ist, sondern stoerend, unpassend. ueber diese andere funtionsweise lernt man aber weder von eltern noch von lehrern etwas, und selbst darin erfahrene freunde haben wohl oft irregeleitete ansichten dazu, und machen irrefuehrende aussagen.
tatsache ist daher dass den umgang damit jeder selbst lernen muss. wie alle geistigen erfahrungen kann man auch diese nicht mittels worten von anderen vermittelt bekommen.

diese herausforderung kann man meistern indem man sich seinen aengsten stellt und sie somit neutralisiert, oder man kann versuchen sich dagegen zu wehren, versuchen ihnen mit dem verstand beizukommen, oder versuchen sich von ihnen abzulenken oder mit hilfe anderer drogen zu betaeuben. in diesem fall koennen die aengste aber bestehen bleiben und uns womoeglich ueber einen laengeren zeitraum (maximal aber fuer die dauer des rausches) begleiten. das ist auss meiner sicht und erfahrung die ursache fuer das was man "cannabis-paranoia" nennt. sie ist (abgesehen von der notwendigkeit einer gewissen mindestmenge) dosisunabhaengig, und keine eigenschaft von cannabis an sich, sondern resultat eines ungeuebten umgangs mit unseren aengsten.
wird man in der erste phase des rauschs also zu sehr abgelenkt oder von anderen menschen zum funktionieren gefordert, kann das den uebergang zum unterbewusstsein verzoegern oder gar verhindern, was dann als anstrengend, einengend, oder gar angst ausloesend empfunden wird und anhaelt bis diese blockade behoben wird (bis man sich z.b. die zeit und die ruhe nimmt um 10min allein zu sein, und so den uebergang auf natuerliche weise vonstatten gehen zu lassen).
denn eines scheint wichtig zu sein: in dieser ersten phase des rauschs muss die aufmerksamkeit auf die umwelt voruebergehend abreissen koennen, um sich dann unter den neuen gegebenheiten erneut (und veraendert) wieder aufzubauen. wird das verhindert (indem man zu ununterbrochener aufmerksamkeit gezwungen wird), ist das resultat ein unnatuerlicher zustand, der als unangenehm empfunden wird.

viele leute rauchen ihr cannabis mit tabak. das ist nicht nur gesundheitsschaedlich (man kann ja keinen zigarettenfilter verwenden weil der zuviel thc rausfiltern wuerde), der tabak laesst den rausch auch viel schneller und heftiger einsetzen und fuehrt, vor allem bei nichtrauchern, zu koerperlichem unbehagen, das auch auf die psyche wirkt. ich habe beobachtet dass cannabis-induzierte beklemmung durch tabakbeimengung erheblich beguenstigt wird, ein umstand der nicht sehr bekannt ist, da manche leute prinzipiell joints rauchen und den rausch gar nicht anders kennen.
cannabis zu essen ist die schonendste methode, der rausch benoetigt dann stunden um richtig einzusetzen, und paranoia (im oben beschriebenen sinn) ist dabei ausgeschlossen. das mag auch daran liegen dass ca. die haelfte des thcs im magen in andere stoffe umgesetzt wird. (dieser rausch kann dann uebrigens, im gegensatz zum rauchen von cannabis, tatsaechlich halluzinogen sein, und ueberraschend heftig.)
aber auch das rauchen ohne tabak, oder das verdampfen mittels vaporisator sind methoden der einnahme die beklemmungsgefuehle hintanhalten.

das gefuehl der beklemmung ist natuerlich mit der schwere eines schlechten lsd trips nicht zu vergleichen, aber es ist doch ein unbehagen das eine zeitlang anhalten und einem den rausch verleiden kann, vor allem wenn man noch nicht weiss dass es normalerweise nicht lange anhaelt. mehr als alles andere ist davon der umgang mit anderen menschen beeintraechtigt: man hat das gefuehl beobachtet zu werden, denkt dass andere leute merken koennten dass man sich nicht in einem normalen zustand befindet und das dann ausnuetzen. (sollte einem das widerfahren koennte man aber auch zum schluss kommen dass man sich in der falschen umgebung befindet um zu kiffen.)


uebrigens: die cannabis-gegner berufen sich oft darauf dass cannabis heute viel mehr thc enthaelt als noch zu zeiten der hippies. das ist aber voellig belanglos: erstens gibt es bei cannabis ja, im gegensatz zu heroin, keine ueberdosierung, und zweitens ist die uebliche verabreichungsform ueber das rauchen, im gegensatz zum injizieren von heroin, geeignet jederzeit aufzuhoeren wenn man genug hat. jeder kann also, damals wie heute, muehelos soviel thc aufnehmen wie er will...

ich finde es sehr wuenschenswert dass die prohibition endlich aufgegeben wird und man sich zwanglos ueber die eigenschaften von cannabis austauschen kann. denn selbst wenn die prohibition die kiffer nicht vom kiffen abhaelt, so beeintraechtigt sie doch den rausch indirekt, eben durch mangelndes wissen ueber die moeglichkeiten des cannabis-rauschs, schlechte qualitaet der rauchware, oder durch vermeidbare aengste wie der vor lungenkrebs (10), oder vor der moeglichkeit dass nachbarn etwas riechen koennten und ploetzlich die polizei vor der tuer steht. es ist auch nicht unbedingt nuetzlich wenn man immer das gefuehl hat eigentlich etwas verbotenes zu tun, oder etwas moralisch verwerfliches.

denn aus dem oben gesagten resultiert dass es (fuer den reibungslosen uebergang ins unterbewusstsein) wichtig ist dass man sich dem rausch hingeben kann!
das bedeutet aber dass man gewisse vorkehrungen bzgl. der umwelt treffen muss:

SETTING

ich trenne den rausch in zwei phasen: in die ersten 20 minuten, in deen man ins unterbewusstsein abgleitet und damit zurechtkommen muss und daher labil und ein wenig desorientiert ist, und in die zweite phase, die aus den folgenden stunden besteht in denen man sich mit dem zustand bereits arrangiert hat und nun die veraenderten eigenschaften des geistes benutzen kann.
wie man die erste phase verbringt hat dabei einen erheblichen einfluss auf den restlichen verlauf des rausches.

ich weiss dass in allen lebenslagen gekifft wird, aber ich tue das fast ausschliesslich alleine, in ruhiger atmosphaere und mit der moeglichkeit mich sofort danach hinzulegen.
das marijuana muss gut sein, und reichlich. ich rauche es ohne tabak, in einer wasserpfeife.

es ist empfehlenswert nach dem rauchen ein glas wasser zu trinken, um schadstoffe, die uebers schlucken aus dem mund in den magen gelangen, zu verduennen. das gilt natuerlich in besonderem masse nach dem rauchen von joints mit tabak.
ich empfehle aber sein cannabis pur zu rauchen. wenn jemand unbedingt joints mit tabak rauchen will sollten die dicht gestopft sein und zuegig geraucht werden. ein tabakjoint der unregelmaessig abbrennt und immer wieder ausgeht und neu angezuendet werden muss, bildet zusaetzliche giftstoffe im rauch. hinter dem filter laesst man besser mind. 1cm tabak die nicht geraucht werden sondern nur filtern und kuehlen. (den spruch "filter macht tilter" finde ich ungefaehr so klug wie "ignorance is bliss"). bei schmerzen in der lunge sollte man das rauchen unbedingt aussetzen.

unmittelbar nach dem rauchen lege ich mich nieder und schliesse die augen. ich liege auf dem ruecken und lege die haende auf den bauch, auf die vertikale mittellinie des koerpers, die linke hand unten, knapp ueber dem schambein, die rechte oben, auf die brust. (26)
ob die rechte hand nun auf dem herz chakra liegt, oder auf dem nabel chakra, oder irgendwo dazwischen, kann ich nicht sagen und das finde ich ehrlichgesagt auch unwichtig.
ihr solltet das auch nur als eine moeglichkeit ansehen, und selbst herausfinden welche position der haende fuer euch zweckmaessig ist. das ist ziemlich einfach: ihr muesst nur mit der rechten hand rauf- und runterbewegen und werdet sofort eine reaktion feststellen koennen. manche stellen werden sich angenehm anfuehlen, andere unangenehm. das ist eine methode von der ich nicht irgendwo gelesen habe, sondern die ich ueber jahre als die sinnvollste erkannt habe. wohlbefinden ist bei der suche nach der richtigen lage, vor allem der haende, anscheinend der entscheidende hinweis.
obwohl ich die rechte hand prinzipiell hoeher platziere als die linke, kann die hoehe doch variieren, und jeder sollte selbst herausfinden welche lage fuer ihn am besten geeignet ist. diese vorliebe aendert sich auch in der regel waehrend des rausches, und ihr sollte nachgegeben werden. wird die rechte hand an einer unguenstigen hoehe platziert stellt sich meist schnell ein gefuehl des drucks bis hin zu einem stechenden schmerz ein, dann sollte man eine andere stelle probieren. ich glaube dass es ein zu tief nicht gibt, ein zu hoch aber schon. zu tief bedeutet schlimmstenfalls dass weniger geschieht als moeglich waere.
denn durch die haende fliesst nun energie. sie macht sich bemerkbar durch ein starkes gefuehl der waerme in den haenden, die tief und augenblicklich in den koerper eindringt, und zuweilen durch ein kribbeln in handflaechen und fingerspitzen.
die energie dringt durch die rechte hand in den koerper ein und beschreibt dort einen bogen und wird von der linken hand wieder aufgenommen. dabei regt sie auch andere stroeme im bauch an, was als sehr angenehm empfunden wird (und oft die darmperistaltik sofort und deutlich hoerbar anregt).
(in der chinesischen medizin (und allgemein in der arbeit mit koerperenergie) kann man die bestaetigung fuer diese methode finden: die linke hand ist die kuehlende, energie aufnehmende, die rechte die waermende, energie abstrahlende.)
durch die beschaeftigung mit dem ki habe ich gelernt dass vor allem zwei dinge noetig sind um diesen energiefluss (ueber ein normales mass hinaus) zu steigern: der wille (gepaart mit zuversicht es zu koennen), und eine visualisierung der stroemung, als anleitung quasi.
wie maechtig in diesem zusammenhang gedankliche bilder sind kann man spueren wenn man einen einmal etablierten energiestrom im gedanken umkehrt, oder versucht ihn anzuhalten. sofort stellt sich ein deutlich spuerbares gefuehl von stau oder umorganisation ein, auf jeden fall eine deutliche veraenderung.
ich denke es waere sinnlos sich absurde stroemungsrichtungen vorstellen, man sollte wohl lieber erst einmal beobachten wie die energie von selbst fliesst.
meiner meinung nach gilt: ist es angenehm, kann es nicht falsch sein.
(ob die bildliche vorstellung von energiestroemen nun eine autosuggestion ist, oder eine selbsttaeuschung, oder ein beleg fuer die macht des geistes ueber den koerper, wird man wohl erst beantworten koennen wenn es der wissenschaft gelingt instrumente zu konstruieren die das ki messen koennen. bis dahin muss es eine gelebte tatsache ohne wissenschaftlichen nachweis bleiben, befindet sich dabei jedoch in guter gesellschaft von einer grossen zahl von physikalischen und mentalen phaenomenen.)

das wohlbefinden im weiteren verlauf des rausches haengt also auch davon ab wie man in der ersten phase mit der energie des koerpers umgeht. darum glaube ich dass eine einleitung des rausches im sitzen, stehen oder gehen problematisch sein kann. zum einen sinkt im stehen und sitzen der blutdruck im kopf und manchem wird dadurch uebel, zum anderen kann in dieser sensiblen phase eine krumme oder schiefe haltung allein schon zu koerperlichem unbehagen fuehren, wahrscheinlich weil dabei energiefluesse unguenstige wege nehmen muessen.
denn mit fortschreiten des rausches werden diese dinge immer deutlicher spuerbar und gewinnen an bedeutung fuer das wohlbefinden.
(es kann auch sein dass der lotussitz von anfang an geeignet ist, auch das koenntet ihr versuchen.)

noch wichtiger als die koerperlage ist aber dass unser verstand nicht gefordert wird. er soll nach und nach in den hintergrund treten koennen, was aber verschleppt wird wenn wir gespraechen folgen muessen, oder etwas lesen, oder irgendwelche taetigkeiten ausfuehren die unser normales funktionieren oder die aufmerksamkeit des verstandes erfordern, und sei es nur fernsehen.
ich empfehle also die augen zu schliessen und ablenkungen unbedingt zu vermeiden. fernsehen, radio, gespraeche anderer leute, all das wird anfangs nicht stoeren, verhindert aber in zunehmendem masse das absinken in sein inneres, und sollte daher unbedingt vermieden werden. man kann diesen rausch naemlich auch verdraengen wenn man das will, man kann das in-die-tiefe-sinken des bewusstseins bekaempfen. das ist nicht angenehm und nicht sinnvoll, aber wenn man das will oder nicht anders kennt werden einem dadurch die tiefen des rausches eben verwehrt bleiben.
in der tat gibt es, meiner meinung nach, in dieser phase nichts wichtigeres als aeussere reize auszuschalten.

beim abgleiten ins unterbewusstsein stellt sich anfangs, wie oben gesagt, zumeist ein gefuehl von (psychischem) unbehagen ein. man sollte aber die gedanken ziehen lassen und nicht versuchen etwas unangenehmes zu vermeiden oder zu unterdruecken.
in dieser lage haelt das unbehagen nur kurz an und verfliegt dann, ihm folgt ein gefuehl tiefer gelassenheit.

je mehr jemand in seinem nuechternen leben in worten denkt (und verschiedene menschen tun das in unterschiedlichem ausmass, wie ich feststellen konnte), umso ungewohnter und somit eventuell beaengstigender wird er den uebergang in den rausch erleben. der betreffende koennte finden dass er sich zu sehr von seinem normalen geisteszustand entfernt, den er ja mit dem staendigen analysieren und kommentieren der realitaet mittels gedachter worte verbindet. im unterbewustsein gibt es aber keine worte, und der cannabis rausch kann nur tief werden wenn man sich von ihnen befreit.

VERAENDERTE GEISTIGE FUNKTIONEN

in dieser liegenden ruhelage verbringe ich zumindest die erste halbe stunde des rausches.
in dieser zeit stellen sich alle aspekte der veraenderten wahrnehmung und des veraenderten denkens ein, die ein uebergang von verstand auf unterbewusstsein mit sich bringt:

beim uebergang von verstandes kontrolliertem denken und wahrnehmen zu einem mehr vom unterbewusstsein ausgefuehrtem treten die eigentlichen faehigkeiten des menschlichen geistes in einer reineren form zutage, da sie nun weniger gedaempft werden und nicht mit allen moeglichen gedanklichen schleifen, die normalerweise parallel mitlaufen und ein gefuehl der realitaet und kontinuitaet aufrechterhalten, konkurrieren muessen. die einzelnen funktionen erscheinen gesteigert, wenn das auch auf kosten des allgemeinen ueberblicks geht. alles was man denkt oder wahrnimmt tritt in den vordergrund, wir fokussieren zu einem hoeheren anteil darauf und koennen so diese funktionen in einem masse nutzen das uns sonst nicht zur verfuegung steht.
dazu muss man aber erst eine uebergangsphase durchleben, in der alle geistigen funktionen erst einmal weniger gut funktionieren (ein zustand der von gegnern der liberalisierung von cannabis als die eigentliche wirkung von cannabis missverstanden wird).
danach faellt manchen menschen als erstes auf dass sie besser hoeren und sehen koennen.

da man sich besser auf das hoeren konzentrieren kann und es besser von anderen gedanken isolieren kann, hoert man nun auch noch leise toene deutlicher, vor allem aber ist die zeitliche aufloesung verbessert. so kann man selbst in einem kleinen raum den nachhall von den waenden von der urspruenglichen schallquelle zeitlich trennen, etwas das nuechtern nicht geht. auch ist die raeumliche zuordnung von schallquellen verbessert.
zudem tritt eine vermischung der sinneseindruecke ein (synaesthesie): gehoertes loest auch optische eindruecke aus, die das akustische erleben und das "verstehen" von musik und anderem schall beguenstigt.
obwohl cannabis nicht halluzinogen wirkt ist das raeumlich-visuelle erleben von musik einer der grossen vorzuege von cannabis. bei geschlossenen augen werden eindeutig visuelle assoziationen geweckt (wenn sie auch nicht mit halluzinationen unter lsd vergleichbar sind), zudem waechst das verstaendnis fuer die struktur der musik und das empfinden ihres emotionellen gehalts.
selbst das verstehen von fremdsprachen ist deutlich verbessert, wohl weil man auch dafuer (durch die veraenderte zeitwahrnehmung) mehr zeit gewinnt. (ein umstand der entweder bedeutet dass sprache nicht nur vom verstand generiert wird, oder dass der verstand nicht lahmgelegt wird sondern bloss die kontrolle ueber das unterbewusstsein lockert.)

auch fuer das sehen gilt dass manche menschen, da geistige ablenkungen nun reduziert sind, weiter und schaerfer sehen koennen als nuechtern, sofern sie sich darauf konzentrieren. es kann sein dass das besonders fuer menschen mit sehschwaeche gilt, da kurz- und fernsichtigkeit, also das unvermoegen mittels der muskeln im auge zu fokussieren, wohl bis zu einem gewissen grad der fehlsichtigkeit durch bewusste willensanstrengung ausgeglichen werden kann, was ja besser klappt wenn man sich zu einem hoeheren anteil darauf konzentrieren kann. (und etwas das fehlsichtige in der regel sehr ungern hoeren, heisst es doch dass ihr leiden zum teil auf einen mangel an willensstaerke zurueckzufuehren ist.)

eine gesteigerte faehigkeit zur wahrnehmung ist etwas das man im allgemeinen nicht mit cannabis assoziiert, aber sie ist eigentlich verstaendlich wenn man bedenkt dass wir im nuechternen zustand nie etwas zu 100% tun, sondern uns immer auch einen allgemeinen ueberblick bewahren und einen gewissen abstand zum wahrgenommenen objekt beibehalten. dieser abstand verringert sich unter cannabis zuweilen dramatisch.

bewusstsein entsteht indem wir mehrere inhalte miteinander verknuepfen, ihre reprasentationen im gehirn durch synchrone oszillation gleichzeitig aufrechterhalten, nebeneinander stellen, das ist aus der gehirnforschung bekannt. in der regel koennen wir aber nicht gut beobachten wie bewusst wir gerade sind.
ein fokussieren auf einen bestimmten inhalt hat aber eine abnahme der bewusstheit aller anderen aspekte seines lebens zur folge. man koennte dieses fokussieren also als bewusstseinseinschraenkung sehen, zumindest nach obiger definition von bewusstsein. (man koennte es naemlich auch anders definieren: als gesamtheit unserer aufmerksamkeit naemlich, und die sinkt ja unterm strich nicht ab.)
eine bewusstseinserweiterung ist jedoch bekannterweise auch moeglich unter dem einfluss von cannabis. dazu kann man sich darauf konzentrieren moeglichst viele aspekte seiner existenz gleichzeitig zu erfassen. so wie man sein optisches blickfeld bewusst erweitern kann und dann noch dinge im 90grad winkel sehen kann (wenn auch nicht scharf), so kann man auch das geistige blickfeld ausweiten, was mit einem loslassen der aufmerksamkeit auf einzelaspekte gleichzusetzen ist. da wir unseren geist nun besser und vollstaendiger lenken koennen, gelingt auch das. besonders in tieferen rauschzustaenden (bzw. hoeherer aktivitaet der kundalini) ist das, meiner erfahrung nach, der default-zustand und bedarf eigentlich nicht unserer anstrengung, sondern im gegenteil eines aufgebens der kontrolle: wenn wir uns nicht gerade auf eine bestimmte sache konzentrieren, verbreitert sich unsere sichtweise, erweitert sich unser horizont. dies ist eine natuerliche folge der enthemmung der gedanken: assoziationen fuehren weiter.
untersuchungen an tibetischen moenchen mit langjaehriger meditationserfahrung haben gezeigt dass eine 40htz gamma schwingung, die moeglicherweise bei allen menschen fuer synchronizitaet sorgt und somit verschiedene inhalte miteinander verknuepft um sie bewusst zu machen, ausschlaggebend ist fuer die bewusstseinserweiterung. fuer die wissenschaft der westlichen welt ist das insofern von besonderer bedeutung als nun erstmals solchen zustaenden eine objektiv messbare aenderung der gehirnfunktion zugesprochen wird, und nicht bloss ein subjektives gluecksgefuehl, oder "eingebildete" erleuchtung also die kein aussenstehender nachvollziehen kann.
grossflaechige synchronizitaet, ausgeloest durch oszillation die in diesem umfang normalerweise pathologisch waere, scheint der schluessel dazu zu sein sich mehr von dem wissen, das man angehaeuft hat, auf einmal bewusst zu machen, woraus automatisch ein gefuehl der zufriedenheit und stimmigkeit resultiert. ein gefuehl des ueberblickens, im gegensatz zum gefuehl in unserem leben (fest-) zu stecken ohne moeglichkeit es zu lenken und zu beurteilen.
es koennte sein dass diese zustaende eine funktion des gehirns darstellen die normaler sind als wir bisher dachten, und von der wir uns aber in unserem alltag staendig und konsequent ablenken.

auch die faehigkeit bewegungen des koerpers zu koordinieren ist unter dem einfluss von cannabis verbessert, man kann sich kraftsparender und geschmeidiger bewegen. das gilt aber ebenfalls erst fuer die zweite phase des rauschs, wenn man die unwegbarkeiten des uebergangs ueberwunden hat. zuerst kommt eine kurze phase in der man sich eher schlechter koordinieren kann, und leider wird in der regel nur das mit cannabis in verbindung gebracht. spaeter aber hat man extrem ruhige haende, man kann bewegungen sehr praezise ausfuehren, und man kann ohne anstrengung haltungen einnehmen die normalerweise viel kraft erfordern wuerden. z.b. kann man den arm heben und (beinahe) darauf vergessen, was uebrigens auch von hypnotiseuren benutzt wird als indikator dafuer ob sich ihr gegenueber bereits in hypnose befindet. (der zustand der hypnose ist mit dem zustand des cannabis-rauschs sowieso in vielen dingen gleichzusetzen...)

obwohl naturgemaess jene funktionen, die normalerweise den verstand benoetigen, im cannabis rausch beeintraechtigt sind, heisst das nicht dass sie ausfallen, sondern bloss dass sie nun anders funktionieren. so kann man sich, sobald die erste uebergangsphase ueberwunden ist, sehr wohl der sprache bedienen, und zwar auf eine weise die man durchaus als ueberlegen bewerten kann, da nun weniger vorgefertigte phrasen und gemeinplaetze zur anwendung kommen, sondern mehr von grund auf neu generiert wird. wir sprechen weniger aus der erinnerung, und mehr auf die aktuelle situation bezogen. zudem koennen beschleunigte assoziationen zu interessanten wortschoepfungen und gedanklichen bilder fuehren. man neigt zu ehrlichkeit gegenueber sich selbst und seinem bekifften gegenueber, da man die gesteigerte faehigkeit zu denken und wahrzunehmen ja auch bei ihm erwarten kann, und annehmen muss dass unehrlichkeit leichter durchschaut wird als im nuechternen zustand. (oder einfach weil man unehrlichkeit als nutzlos und verabscheuungswuerdig erkennt...)
eine unterhaltung unter dem einfluss von cannabis kann daher extrem anregend sein, und sie kann beziehungen sehr vertiefen.

im allgemeinen ist wohl jede taetigkeit, die eigentlich den verstand benutzt, moeglich, solange sie spielerisch und ohne zwang und nicht ueber einen zu langen zeitraum durchgefuehrt wird. mit der zeit wird es immer anstrengender sie aufrechtzuerhalten, und immer stoerender fuer den trancezustand.
fuer geistige arbeiten, die man der rechten gehirnhaelfte zuschreibt, gilt dass cannabis uns erlaubt uns mit solch einer sache stundenlang zu beschaeftigen ohne langeweile zu empfinden. und es erlaubt die folgen selbst kleinster unterschiede deutlicher wahrzunehmen, was sich als gesteigerte sensibilitaet und genauigkeit auswirkt. fuer musiker, graphiker und alle anderen kuenstler ist das natuerlich ideal, weswegen cannabis konsum in diesen kreisen auch weitverbreitet ist...
und selbst so trockene arbeiten wir programmieren kann man unter cannabis ausfuehren, wenn der code dabei auch eher als gruppen von funktionen wahrgenommen wird, die ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen, denn als buchstaben und zahlen, was ja aber nun wirklich kein nachteil ist. allerdings sollte auch hier das experimentieren im vordergrund stehen und weniger ein zielgerichtetes programmieren, womoeglich noch unter zeitdruck.

es ist bekannt dass die reaktionen auf potentiell gefaehrliche reize (schmerz, lichtblitze, ploetzliche laute geraeusche) vom rueckenmark behandelt werden (reflex), da dann eine reaktion schneller erfolgen kann als wenn erst das gehirn darueber entscheiden muesste. sie erfolgt dann, bei allen menschen gleich, in 0,03 sekunden.
auf "normale" reize reagiert das gehirn und braucht dazu (individuell und von fall zu fall verschieden) ca.10mal so lange, da nebenbei auch immer andere gedanken laufen, und sich das gehirn nicht nur mit der eigentlichen aufgabe beschaeftigen kann oder will. je nach grad der konzentration erfolgt da eine reaktion innerhalb von ca. 0,3-0,4 sekunden. in einem meditationszustand verringert sich die reaktionszeit allerdings wieder auf 0,15 sekunden, da auch hier weniger andere gedanken stoeren. (quelle: nano 18.sept 2007)
es ist zu erwarten dass dasselbe fuer cannabis-induzierte meditation gilt, was meine oben gemachten aussagen ueber die gesteigerten mentalen und sensorischen faehigkeiten bestaetigen wuerde...

VERMINDERTES KURZZEITGEDAECHTNIS ODER BLOSS VERAENDERTE GEDANKEN?

oft und gerne wird gesagt dass cannabis das kurzzeitgedaechtnis beeintraechtigt, und bei oberflaechlicher betrachtung muss das auch so scheinen: es ist durchaus ueblich dass man sich unter dem einfluss von cannabis an etwas zuvor gedachtes nicht mehr erinnern kann, oder dass man z.b. einen film im fernsehen sieht und nach der halben zeit nicht mehr weiss um was es dabei eigentlich geht.
doch diese tatsache kann man auch voellig anders interpretieren, und dann stellt sie keine einschraenkung von geistigen faehigkeiten mehr dar: naemlich dahingehend dass die gedanken beschleunigt werden, und assoziationen schneller vonstatten gehen und weiter weg fuehren.

die gedanken vertiefen sich naemlich unter dem einfluss von cannabis (sprich: wir koennen uns zu einem hoehern anteil darauf konzentrieren), und assoziationen, die ansonsten vom verstand als unsinnig herausgefiltert werden, sind nun zugelassen. diese eigenschaft von cannabis macht den eigentlichen nutzen fuer jede art von geistiger taetigkeit aus: man hat mehr ideen, und "genialere", sprich: man verbindet dinge die man normalerweise nicht in zusammenhang sieht, stellt sie in einen neuen kontext.
eine vertiefung und verbreiterung der gedanken ueber ansonsten selbst auferlegte schranken hinweg kann man als bewusstseinserweiterung sehen: es vergeht kein rausch bei dem man nicht ideen hat die einem nuechtern nicht gekommen sind, einblicke in zusammenhaenge die man zuvor nicht hatte, verstaendnis fuer strukturen und beziehungen die man sonst nicht erkennt. vielleicht kommt eine loesung fuer ein aktuelles problem, oder einem faellt ein wie man etwas einem anderen menschen verstaendlich mitteilen kann oder einen konflikt loesen kann.

eine vertiefung der gedanken muss aber auf kosten des allgemeinen ueberblicks gehen, und eine beschleunigte kette von assoziationen auf kosten der erinnerung. das stellt aber insgesamt betrachtet keine verminderung der gedaechtnisleistung dar:
es kann sein dass man im berauschten zustand doppelt so viele verschiedene gedanken innerhalb eines bestimmten zeitraums hat wie nuechtern, oder mehr. da sollte es nicht verwundern wenn man sich nicht an jeden einzelnen im gleichen masse erinnern kann wie an wenige und langsamer abfolgende.
zudem werden die geistigen spruenge, die zwischen ihnen liegen, weiter, sodass ein rueckverfolgen der gedankenketten schwieriger wird als sonst. dass diese gedanken dennoch nicht verloren sind kann man mit einfachen mitteln bestaetigen:
so kann man sich z.b. im zustand des rausches stichworte aufschreiben, und damit bestimmte ideen und assoziationen wieder ins bewusstsein bringen, sowohl waehrend des rauschs als auch in der zeit danach. oder man nimmt sich einfach vor eine bestimmte idee nicht zu vergessen und wiederholt sie ein paar mal im geist. diese methode funktioniert ja auch nuechtern, und genauso gut unter dem einfluss von cannabis. ein so verankerter gedanke kann noch am naechsten tag mit oft ueberraschender muehelosigkeit abgerufen werden.
oder man versucht sich an einen weiter zurueckliegenden gedanken zu erinnern und die kette der assoziationen von neuem zu durchlaufen, auch das funktioniert einwandfrei. ich habe immer ein blatt papier und einen stift bei der hand mit dem ich die ideen, die mir im cannabis rausch kommen, in stichworten festhalte und spaeter ausfuehrlicher niederschreibe.
dabei zeigt sich dass, wenn inhalte vergessen werden, immer nur der anstoss zur erinnerung fehlt, der ausloeser, und nicht etwa der inhalt selbst abhanden kommt. ein aufrufen von erinnerten inhalten ist problemlos moeglich, mit stichworten die als ausloeser dienen.
die auf diese weise aufgerufenen erinnerungen sind oft sogar ergiebiger als man sie vom nuechternen zustand gewohnt ist, wahrscheinlich weil die erinnerung unter dem einfluss von cannabis eher in bildern funktioniert, die ja ohne weiteres eine hoehere informationsdichte haben koennen als worte.

all das widerspricht deutlich der allgemeinen ansicht, dass cannabis dumm macht oder die erinnerung beeintraechtigt. meiner erfahrung nach ist das gegenteil der fall: die geistigen faehigkeiten sind veraendert, wenn nicht gesteigert. (auf jeden fall stellt allein ihre veraenderung eine bereicherung dar.)
man muss sich nur daran gewoehnen dass man zu einem neuen gedanken auf so absolute weise weitergeht, dass der vorherige fast vollstaendig aus dem blickfeld tritt. aber ist das nun ein nachteil oder die perfektion der konzentration?
natuerlich ist im alltagsleben der "normale" zustand passender. aber wer kann allen ernstes sagen dass es nicht eine bereicherung darstellt immer wieder auch einmal den andern zustand zu erleben?

allerdings kann man auch auf das sich-an-etwas-nicht-erinnern-koennen hineinkippen. jeder kennt das wohl von sich (nuechtern, meine ich): je mehr man sich verkrampft desto fester steckt man im gedanklichen loop fest dass man eine bestimmte sache nun vergessen hat. dann muss man loslassen, vom gefuehl ablassen, das uns sagt: "nun hab ichs vergessen. ich schaffe es nicht mich zu erinnern, ich kenne das ja schon".
um sich unter cannabis erinnern zu koennen ist es hilfreich dass man nicht aus seinem nuechternen leben solche mechanismen mitbringt, oder man sollte sie sich zumindest bewusst machen koennen und umgehen. man sollte wissen dass so ein vergessener inhalt beinahe automatisch wiederkommt, sobald man nicht mehr versucht ihn zu erzwingen.
sich-erinnern-koennen ist somit genauso eine selbsterfuellende prophezeihung wie sich-nicht-erinnern-koennen.
wenn jemand nun immer wieder von anderen leuten hoert dass man sich unter dem einfluss von cannabis nicht gut erinnern kann, kann es durchaus sein dass ihm das dann genau so wiederfaehrt. so wie ein kind faellt dem man zuruft: "fall nicht!". das kann man dann aber schwerlich als eigenschaft von cannabis bezeichnen.
also man kann schon, aber es ist eigentlich laecherlich...
es ist eine weitere beklagenswerte folge der prohibition und der desinformation ueber die eigenschaften von cannabis dass in ermangelung anderer informationen viele benutzer die negativen aussagen der medien als gegeben hinnehmen (und wenn nicht bewusst dann zumindest unterbewusst), was tatsaechliche auswirkungen hat auf ihr erleben des rauschs. einer sagte einmal bestuerzt zu mir: "sie haben nun festgestellt dass cannabis doch suechtig macht." (aha, und deine eigenen (gegenteiligen) erfahrungen zaehlen ab nun nicht mehr?)
dass sich manche kiffer tatsaechlich suechtig fuehlen ist ein gutes beispiel dafuer: wuerde man ihnen sagen dass es soetwas wie cannabis-sucht nicht gibt und sie sich nicht so anstellen sollen, wuerden sie das wohl kaum von sich denken sondern mehr auf ihre willenskraft vertrauen um eine etwaige gewoehnung zu ueberwinden (was genau einen tag dauert und wirklich nicht schwer ist). behoerden und ihre "berater", denen es gut ins konzept passt dass es immer wieder kiffer gibt die von sich denken suechtig zu sein und drogenberatungsstellen um hilfe bitten, werden den betroffenen wohl kaum ausreden suechtig zu sein, sondern sie im gegenteil in ihrem glauben bestaerken.

bei geschlossenen augen sind unter dem einfluss von cannabis oft gedankliche inhalte als visuelle eindrucke wahrnehmbar, entweder ganz real, als personen oder situationen, oder auf mehr oder weniger abstrahierte art und weise, naemlich als formen, farben und bewegungen. ich denke dass es von mensch zu mensch verschieden sein muesste, in welcher form er diese dinge wahrnimmt, klar ist jedenfalls dass das keine sinnlosen halluzinationen sind, sondern dass man dabei quasi dem unterbewusstsein beim denken zusieht, da der zusammenhang zwischen visuellen eindruecken und gerade gedachten inhalten immer nachvollziehbar bleibt.
man kann bis zu einem bestimmten grad auf den ablauf dieser bilder einfluss nehmen, natuerlicher waere es aber wohl sie an sich vorbeiziehen zu lassen und sie zu beobachten, um daraus zu lernen, naemlich etwas ueber sich selbst zu lernen. ich persoenlich kann bestimmte stillstehende bilder heranzoomen und auch rotieren ohne sie zu zerstoeren. eine bewegte bildsequenz in die gegenrichtung umzukehren geht hingegen nur sehr begrenzt da hier offenbar eine andere instanz eingreifen muss um diese aufgabe auszufuehren (offenbar die erinnerung, der verstand). durch einen solchen versuch wird dann entweder der ganze ablauf gestoert, oder er springt einfach zu einem anderen bild bzw. einer anderen situation, als ausweichende reaktion.
daraus koennte man schliessen dass gezieltes erinnern generell etwas ist das mit dem trancezustand nicht gut zu vereinbaren ist, da es bei rausch und trance einfach um etwas anderes geht: es geht darum einen vorgang zu beobachten, um daraus zu lernen, und nicht darum ihn zu kontrollieren.
wenn wir also bewusst eingreifen wollen um einen vergangenen inhalt wieder aufzurufen, anstatt den naechsten zu beobachten, versuchen wir die kontrolle durch den verstand wieder einzufuehren, was erstens den trancezustand stoert und zweitens nicht gut funktionieren kann. wenn wir hingegen diesen versuch aufgeben, ist es sehr wahrscheinlich dass der gesuchte gedanke bald von selbst wieder auftaucht...
erwecke ich hier den eindruck dass man sich unter dem einfluss von cannabis nur den inneren bildern hingeben kann? dem ist nicht so: man kann gezielt ueber eine aufgabe, ein problem nachdenken. allerdings sollte man dann so vorgehen dass man einmal die gewuenschte richtung einschlaegt und dann die kontrolle wieder aufgibt. die gedanken werden nun auch ohne unsere weitere anstrengung immer wieder um die gestellte aufgabe kreisen.

WAS DAS UNTERBEWUSSTSEIN WAHRNIMMT

was aber wenn man nun einen film sieht, und ploetzlich nicht mehr weiss um was es eigentlich geht?
bedeutet das nicht dass die geistigen faehigkeiten eingeschraenkt sind?
meiner ueberzeugung und erfahrung nach ist das nicht der fall. wenn man sich naemlich im berauschten zustand beobachtet und sich fragt woran man gerade denkt und was man wahrnimmt, wird man feststellen dass es andere dinge sind als wenn man einen film nuechtern sieht: waehrend der verstand normalerweise einen ueberblick ueber die handlung behaelt, auf die logik achtet und die kontinuitaet aufrechterhaelt, ist das unterbewusstsein mit etwas ganz anderem beschaeftigt, was nun unter cannabis zutage tritt:
einerseits stellt es naemlich eine beziehung zum gesehen her, wodurch das erlebte vertieft wird. der abstand zum gesehenen wird kleiner, und damit schwindet auch der ueberblick ueber das ganze.
zweitens dienen die so aufgenommenen bilder und stimmen dazu eigene assoziationen zu entwickeln, die uns immer wieder vom handlungsstrang des films wegfuehren, zu eigenen betrachtungen. da der reiz (in dem fall der film) ja weiterbesteht wird unsere aufmerksamkeit immer wieder dahin zurueckkehren, um dann festzustellen dass wir gerade im gedanken ganz woanders waren, und um schon bald wieder durch neue assoziationen weggefuehrt zu werden.


ein beispiel: im film "arabeske" spielt gregory peck einen gutbuergerlichen professor, der ploetzlich in ein auto gezerrt wird um entfuehrt zu werden. es stellt sich heraus dass sein entfuehrer ein ihm bekannter premierminister einer befreundeten nation ist, was herrn peck sofort besaenftigt und beinahe unterwuerfig werden laesst. der premierminister erklaert warum er das nun tun musste... in dem moment setzen bei mir gedanken ein die sich darum drehen ob ich dem minister wohl auch so schnell verzeihen wuerde, wenn er mich gerade erst brutal ins auto zerren liess. ich beginne zu ueberlegen wann der film gemacht wurde, ob man damals nicht von einem hoeheren vertrauen der buerger in die politik ausgehen konnte, oder ob man damals dem publikum generell unrealistischere plots zumutete. (dieser gedanke beschaeftigt mich immer wieder fuer den rest des films und ich erkenne viele weitere solche ungereimtheiten.) nachdem ich diese ueberlegungen angestellt habe schwenkt meine aufmerksamkeit wieder zum film, und ich erkenne dass ich gerade die erklaerung des ministers versaeumt habe, und nun nicht mehr weiss worum genau es geht.
das ist ein (zugegeben belangloses) beispiel dafuer wie es dazu kommen kann dass man unter dem einfluss von cannabis den faden verliert. aber soll man das nun als negativ bewerten? ich meine, wenn man sich vornimmt der handlung eines films ohne abschweifen verfolgen zu koennen sollte man einfach nuechtern bleiben. dann entgehen einem aber sicher die vom film angeregten eigenen ueberlegungen, die durchaus wertvoller sein koennen als dem ollen film zu folgen.
ich glaube dass darin der kern der auseinandersetzung zwischen befuerwortern und gegnern von cannabis zu sehen ist (sofern die von seiten der gegner ueberhaupt offen gefuehrt wird und nicht eigentlich ganz andere, naemlich politische motive hat):
ein aussenstehender, besonders wenn er dazu neigt cannabis als wertlos oder schaedlich anzusehen, wird aus obiger beobachtung schnell schliessen dass cannabis die mentalen faehigkeiten beeintraechtigt, da man ja offenbar nicht einmal mehr in der lage ist einem nicht sonderlich anspruchsvollen film zu folgen.
ein befuerworter wird aber leider viel zu selten erkennen bzw. artikulieren koennen dass der betreffende in der zeit, in der er nicht dem film folgte, viel wertvollere gedanken hatte.

will man cannabis also danach beurteilen ob es einem ermoeglicht einem film zu folgen, oder seine handlung hinterher wiederzugeben, muss man zugeben: cannabis ist dafuer ganz schlecht geeignet.
wenn man es aber danach beurteilt ob es uns ermoeglicht aus allem was wir sehen und hoeren einen bezug zu uns herzustellen, und diese reize als ausgangspunkte fuer weiterreichende betrachtungen ueber unser leben und unsere stellung darin anzustellen, muss man sagen: es gibt nichts besseres.

wenn leute boshaft sagen unter dem einfluss von cannabis kann man alles interessant finden, dann haben sie teilweise recht:
denn man kann ja in diesem zustand aus den langweiligsten reizen etwas interessantes gewinnen. zum einen einen gesteigerten bezug zu einem selbst, zum anderen eben davon wegfuehrende assoziationen und weitreichende gedanken. man bleibt ja sowieso nicht an der oberflaeche kleben, wie man das nuechtern tun wuerde (und dabei in den augen dieser leute besser funktioniert), man denkt ja sowieso an das was einen interesiert, ausgehend vom gesehenen und gehoerten.

unter cannabis kann man auch gesprochenes zergliedert, und seines "sinns beraubt", erleben: worte, oder gar einzelne silben, werden dann isoliert betrachtet, und es tritt z.b. in den vordergrund welche assoziationen ihr klang bei uns ausloest. (diese assoziationen stammen wohl oft noch aus der kindheit, aus einer zeit als wir die reale bedeutung der worte noch nicht kannten.) vokalen koennen auch manchmal farben zugeordnet werden, und ein satz dann als zusammenspiel dieser farben gesehen werden. all das deutet darauf hin dass die rechte gehirnhaelfe die oberhand uebernimmt und die linke ihrer vormachtstellung beraubt.

das vorhin erwaehnte gesteigerte mit-sich-in-beziehung-setzen gilt natuerlich auch fuer begegnungen mit anderen menschen. wenn man das, was sie erleben, staerker mit sich selbst in beziehung setzt, und wenn man sich besser vorstellen kann wie man sich in ihrer lage fuehlen wuerde, ist das nichts anderes als gesteigerte empathie, etwas das wir ja positiv bewerten sollten:
man empfindet mehr mit anderen menschen, kann sich besser vorstellen was sie gerade fuehlen, kann besser zuhoeren und bessere ratschlaege erteilen.
selbst tiere spueren es wenn man sich ihnen uner dem einfluss von cannabis naehert. offenbar aendert sich dadurch unsere art sie anzusehen und zu beruehren. katzen erwidern den blick lange und tief, und lassen sich durch beruehrungen selbst in trance fuehren, was sich z.b. darin aeussert dass sie sich beruehrungen und spielen mehr hingeben und weniger auf ihre verteidigung achten.
(beruehrungen erfolgen dabei oft in immer neuen variationen, wodurch die aufmerksamkeit der tieres gefesselt wird und ihr staendiger verdacht einer versteckten absicht gemindert.)

dass das unterbewusstsein etwas anderes wahrnimmt als unser verstand macht sich ja auch die werbung zunutze. eine hausfrau die, solange sie das alte waschmittel benutzt, gestresst wirkt und schaebig bekleidet, und unvorteilhaft beleuchtet vor einem wenig ansprechendem hintergrund steht, wird, sobald sie das neue waschmittel benutzt, erbluehen, attraktiver aussehen, besser gelaunt sein und sich schwungvoll durch eine chice wohnung bewegen. unser verstand nimmt das entweder gar nicht wahr, oder misst dem keine bedeutung bei, schliesslich "wissen" wir ja dass wir uns von so einem billigen trick nicht beeinflussen lassen. wie das unterbewusstsein das sieht koennen wir aber normalerweise nicht erkennen. unter dem einfluss von cannabis sehen wir aber dass es denkt und wahrnimmt wie ein kind, oder wie ein tier: ist der verstand auch abgestumpft und desillusioniert, das unterbewusstsein ist immer neugierig, unvoreingenommen, unmittelbar, emotionell, in der gegenwart.
dass werbefachleute das erkannt haben, und dass werbung funktioniert, ist wohl eine tatsache.
ob man nun unter dem einfluss von cannabis mehr oder weniger beeinflussbar ist durch solche "taeuschungen", kann ich nicht allgemeingueltig sagen. ich denke aber weniger, da ich persoenlich werbung in diesem zustand noch abstossender finde als nuechtern, weil ich sie dann als staendigen angriff auf meine geistige integritaet empfinde, staendig die absicht erkenne mir etwas einreden zu wollen. ich glaube daher dass es einem in diesem zustand leichter faellt eine versuchte manipulation zu entlarven.
aber es soll ja auch menschen geben die werbung (nuechtern) gerne sehen. wie sich das bei ihnen unter dem einfluss von cannabis verhaelt, kann ich nicht sagen.

beim zen bogenschiessen wird nicht bewusst gezielt, sondern das ziel kurz anvisiert, und dann bis zum schuss ignoriert. das soll bewirken dass der verstand nicht dazu kommt die kontrolle zu uebernehmen. man trifft naemlich besser wenn man das unterbewusstsein die sache erledigen laesst.
das kann jeder selbst versuchen indem er etwas in den papierkorb wirft und dabei nicht direkt auf das ziel starrt, bewusst zielt und in einer grossen bewegung ausholt um zu werfen, sondern nur einmal aus dem augenwinkel hinblickt und dann schnell und spontan und locker aus dem handgelenkt wirft.
man trifft dabei ueberraschend oft.
eine andere anwendung dieses prinzips ist eine loesung fuer ein problem zu finden ohne darueber nachzugruebeln: man denkt einmal scharf darueber nach, als initialzuendung quasi, damit der wille zur loesung manifestiert wird, ein auftrag ans unterbewusstsein ergeht, und dann vergisst man darauf, laesst das problem ruhen. das unterbewusstsein wird sich weiter damit befassen und nach ein paar stunden, oder oefter erst am naechsten tag nach einem traumreichen schlaf, die loesung praesentieren. die kommt dann quasi aus heiterem himmel, was schon generationen von kuenstlern und wissenschaftern raetseln liess wo ideen bloss herkommen. ("goettlicher funke")
das unterscheidet sich natuerlich von der weitverbreiteten ansicht derzufolge man nur etwas erreicht wenn man es in angriff nimmt, gegen die widerstaende des eigenen geistes und koerpers ("den eigenen schweinehund ueberwinden"), und des willens der mitmenschen sowieso ("weil die schauen ja auch nur auf ihren eigenen vorteil").
erfolgreiches leben durch krieg gegen hindernisse wie du und ich? oder darauf vertrauen etwas erreichen zu koennen indem man es sich nur stark genug wuenscht?

DENKEN IN SYMBOLEN

unser gehirn arbeitet mit symbolen, das ist aus der gehirnforschung bekannt. das stellt eine hervorragende methode dar um grosse datenmengen schnell und effizient zu handhaben. es gibt fuer alles ein symbol, jedes wort ist eines, jede eigenschaft und jede beziehung zwischen objekten. wenn wir versuchen uns an etwas zu erinnern koennen wir diesen mechanismus manchmal bei der arbeit sehen: wenn wir uns z.b. an einen menschen erinnern wollen werden wir versuchen diesen gedanken von allen seiten aus anzugehen, wir werden uns fragen wo wir ihn zuletzt gesehen haben, was er normalerweise anhat, wie die umgebung war, wer noch dabei war, wann die letzte begegnung stattfand. all diese dinge sind in symbolen gespeichert, und die ueberlagern sich in dem punkt in dem unsere eigentlich gesuchte erinnerung liegt. symbole fuer eigenschaften gelten in der regel auch fuer viele andere symbole: so koennen wir ja (mehr oder weniger) muehelos vieles aufzaehlen was die farbe rot hat, da alles was rot ist auch ueber das symbol "rot" zu erreichen ist, und wir muessen nicht im gedanken alles aufzaehlen was wir kennen um es erst auf seine farbe hin zu ueberpruefen.

symbole sind also sehr nuetzlich, sie sind quasi eine kodierte wirklichkeit, und alles kodierte ist ja die domaene des verstandes.
es gibt dabei aber auch einen entscheidenden nachteil: symbolde koennen leer sein. sie koennen uns eine kenntnis der welt vortaeuschen, wo gar keine ist.
jeder kennt den mond, aber wenn wir einmal nachdenken was wir wirklich von ihm wissen sind wir bald am ende angelangt. wer kann die oberflaeche des mondes (selbst nach -zig lebensjahren) aus dem gedaechtnis nachzeichnen? wer kennt seine groesse im verhaeltnis zur erde und zu seinem abstand zu ihr? oder wer weiss von den meisten laendern der erde mehr als den geographischen ort und ein paar klischees? wie wenige menschen lernen innerhalb ihres langen lebens wo genau ihre inneren organe liegen und welche funktion sie haben? (obwohl sie natuerlich ihren namen kennen, ihr symbol also...)
wer meint nicht manchmal einen menschen zu kennen und muss spaeter feststellen dass er eigentlich nur vorgefertigte meinungen ueber ihn hatte?
wer nur im verstand denkt neigt dazu eine oberflaechliche sichtweise auf die welt zu haben, eine sichtweise die einen faelschlicherweise glauben laesst man wisse ueber etwas bescheid, wo man doch nur sein symbol kennt.
in sich logische saetze lassen sich mit symbolen sicher bilden, aber ob die auch nur den geringsten wahrheitsgehalt und realitaetsbezug haben ist damit noch nicht gesagt.

noch ein beispiel:
das wort "droge" ist ein symbol das jeder kennt, und zu drogen hat auch jeder eine meinung. jeder kann darueber aussagen machen von deren richtigkeit er ueberzeugt ist. und doch wissen die wenigsten menschen ueber drogen bescheid. jene die es tun werden dieses wort nur ungern gebrauchen, weil sie wissen dass damit substanzen zusammengefasst werden die wenig miteinander zu tun haben, und denen man nur unrecht tun kann wenn man sie in eine kategorie packt und ihnen somit pauschal eigenschaften zuordnet, die die meisten gar nicht besitzen. (z.b. suchtpotential)
man kann daher die verwendung des wortes "drogen" allein schon als anti-drogen-propaganda sehen, da dahinter die absicht steckt information zu verstecken anstatt sie offenzulegen. jemand der eine sinnvolle diskussion fuehren will wird die jeweilige "droge" jedenfalls immer beim namen nennen.

durch die verwendung von symbolen die gemeinplaetze sind oder werden (wie "drogen") sinkt der informationsgehalt einer aussage ab und ihre beurteilung in hinblick auf ihren wahrheitsgehalt wird erschwert bzw. verschleiert.
(auch die im deutschen ueblichen zusammengesetzen hauptwoerter beguenstigen das. ich kannte einmal eine frau die sich ueber das in den medien damals gerade gebraeuchliche wort "spaetgebaerende" aergern konnte, weil es impliziert dass frauen die mit 35 oder 40 kinder bekommen aus dem ueblichen rahmen fallen und moeglicherweise etwas falsch machen. der umstand dass es dafuer dann sogar ein eigenes wort gibt impliziert ja auch dass die ungewoehnlichkeit der situation dieser frauen allgemein akzeptiert sei. "frauen die sich, aus gruenden die nur sie etwas angehen, und die man sicher verstehen kann wenn man sich mit ihnen naeher beschaeftigt, dazu entschliessen erst mit 35-40 jahren ein kind zu bekommen" ist halt erheblich umstaendlicher zu sagen und schwer in eine knackige headline zu packen, aber das waere ein beispiel fuer ein gefuelltes symbol, und eine formulierung ueber die sich diese dame sicher nicht geaergert haette.)

viel unheil entsteht dadurch dass begriffe nicht richtig definiert werden (symbole nicht mit inhalt gefuellt), dass sie oft sogar bewusst undefiniert bleiben um den wirklichen sachverhalt zu verschleidern. widerstand gegen okkupation wird zum "terror", angriffskriege zu "selbstverteidigung" und "vorbeugung", eingriffe ins soziale gefuege werden zur "reform", "demokratie" und "freiheit" und "sicherheit" dienen alle dazu um aktionen der politik zu verschleiern die genau diese werte zerstoeren.

symbole beduerfen zu ihrer herstellung (kodierung) den verstand, das unterbewusstsein hingegen kennt keine symbole. es sieht die dinge wie sie sind, und nicht wie wir uns an sie erinnern. waehrend der verstand dazu neigt etwas schnell als bekannt abzuhaken, hat aus sicht des unterbewusstseins die welt staendig etwas neues zu bieten, weil man ja nichts schon bis ins letzte detail erfasst hat.
(das ist ja auch die gefahr von "buecherwissen": etwas das zuerst im verstand erfasst wird, bevor man die gelegenheit hat es zu erleben, wird leichter als schon bekannt abgetan, ohne es weiter zu hinterfragen oder tiefer erkunden zu wollen.)

zusammen ergeben die beiden funktionsweisen des geistes alles was wir zur erfassung unserer welt benoetigen: im verstand symbole die uns ein rasches bearbeiten erlauben, im unterbewusstsein inhalte, mit denen wir symbole fuellen und ihnen erst bedeutung geben.
wenn man nun allerdings nur im verstand lebt (und unsere gesellschaft beguenstigt das sehr) kann es leicht passieren dass man seine symbole nie richtig fuellt.
hieraus resultiert die immense bedeutung des wechsels zwischen trance/meditation/cannabis-rausch und nuechternsein: die beiden muessen sich ergaenzen, damit ihre jeweiligen funktionen ineinandergreifen koennen.

ein grosser wert des cannabis rauschs besteht also darin dass er unser denken auf eine ebene bringt, auf der keine symbole mehr verwendet werden. fuer einen aussenstehenden muss es dann so ausehen als ob der berauschte nicht mehr klar denken kann, alles hinterfragt, in allem einen verborgenen sinn sieht und assoziationen hat die fuer einen aussenstehenden gar nicht nachvollziehbar sind (und dass den berauschten das womoeglich auch noch erheitert).
aber genau das muss ja geschehen wenn man mit vollstaendigen inhalten operiert und nicht mit kodierten kuerzeln: man wird zwangslaeufig "umstaendlich" denken, und sich ungewohnt ausdruecken. worte, die wir normalerweise oft benutzen, koennen "abgenuetzt" sein in dem sinne dass sie bereits zu gemeinplaetzen wurden ueber die niemand mehr richtig nachdenkt. wenn man sie umgeht steigt automatisch die aussagekraft des gesagten, es wird als anregender empfunden, aber auch weniger leicht auf anhieb verstaendlich.
und auch das traegt wohl zum missverstaendnis vom eingeschraenkten gedaechtnis unter dem einfluss von cannabis bei: natuerlich kann man sich reale informationen nicht so schnell merken wie ihre blosse repreaesentationen in bereits allseits bekannten symbolen.

ich bin der meinung dass ein durchschnittlicher mensch, der nicht meditiert und auch sonst keine methode anwendet die geeignet ist die funktionen von verstand und unterbewusstsein in ein sinnvolles gleichgewicht zu bringen, gefahr laeuft eine unrealistische weltsicht zu erlangen. es kann z.b. leicht sein dass so jemand dazu neigt seine eigenen beduerfnisse zu wichtig zu nehmen, anstatt sie in eine realistische beziehung zu den beduerfnissen der restlichen menscheit zu setzen: wenn man weiss dass der grossteil der menschen in armut lebt, wie kann man dann ernsthaft unter einem mangel an luxus leiden? nur indem man alles elend in ein symbol namens "dritte welt" packt und damit abhakt. (nicht umsonst ist "dritte welt" ein ungeliebter begriff geworden, erlaubt er doch sich nicht einmal die muehe zu machen zu hinterfragen welche laender damit gemeint sind.)
wie kann man tieren leid zufuegen und den planeten zerstoeren? nur mit hilfe von leeren symbolen die uns etwas im verstand wissen lassen ohne es in seiner tiefe zu erfassen und wirklich zu fuehlen.
viel wird diskutiert ob man bilder vom krieg in den nachrichten zeigen soll, oder bilder von tumoren und teerlungen auf zigarettenpackungen drucken soll, und die gegner sagen dann: bilder vom krieg sind zu schrecklich, und: jeder weiss doch dass zigaretten schaedlich sind.
aber es ist eben etwas anderes ob man etwas im verstand weiss, oder im unterbewusstsein bildhaft vor sich sieht und somit "erlebt". worte lassen sich anders belegen oder ueberlagern, aber bilder brennen sich in unsere gedaechtnis.

darum denke ich dass dem gebrauch von cannabis bei der bildung einer ausgewogenen persoenlichkeit und einer realistischen weltsicht eine bedeutung beikommt, die man gar nicht hoch genug einschaetzen kann.
in einer idealen welt wuerden speziell dafuer ausgebildete lehrer unsere nachkommen (bei erlangen der volljaehrigkeit) im gebrauch von cannabis unterweisen und ihnen im zustand des rausches dinge zeigen die geeignet sind ihr mitgefuehl zu wecken, und ihr verstaendnis fuer die tieferen zusammenhaenge, auch ihres eigenen geistes.
(und wenn sie das ohne cannabis in der gleichen tiefe schaffen wuerde ich nicht auf den gebrauch von cannabis bestehen)
momentan tun lehrer eher das gegenteil: nicht nur ist der gebrauch von cannabis bei strafe verboten, was lehrer von der welt vermitteln geht oft nicht tiefer als oberflaechliche daten auswendig lernen zu lassen. und was die eigene psyche angeht, so soll die von den jungen menschen eher ueberwunden und bezwungen werden als erforscht.
anstatt die reichhaltigen moeglichkeiten aufzuzeigen die der menschliche geist haette, werden kinder auf das funktionieren in einer engen gesellschaft vorbereitet, was bedeutet dass sie alles abweichende vergessen muessen, noch bevor sie beginnen koennen es auszuleben. so betrachtet sind unsere schulen orte der bewusstseinseinengung (zumindest waren sie das definitiv vor 20 jahren als ich dort war, die situation kann sich verbessert haben). wenn die neuen menschen die schulen verlassen sind die bereit fuer die ignoranz und gnadenlosigkeit der geschaeftswelt, und haben sich womoeglich eine gedankliche verkrustung angeeignet die spaeter vielleicht nur noch mit cannabis aufgebrochen werden kann.
(wenn die gesellschaft dann wenigstens gut funktionieren wuerde, wuerde ich nichts dagegen sagen, aber sie tut es ja nicht.)
eine welt ohne drogen waere wohl eine welt ohne kunst, ohne alternativen zum zwang des rationalen, ohne alternative zum diktat der zweckmaessigkeit, und ohne ausweg aus der leere der symbole die angeblich unsere realitaet bilden (und sie eigentlich wie eine mauer vor uns verbergen). "die grenzen meiner sprache sind die grenzen meiner welt"? (wittgenstein). das glauben wohl viele menschen ernsthaft. was fuer eine schreckliche vorstellung wenn es nichts gaebe als das wofuer wir uns schon symbole zurechtgelegt haben. zumindest erahnen sollte man koennen dass da mehr ist, und raum zuweisen sollte man dem...

soll man also raucher mit bildern von kehlkopfkrebs und schwarzen lungen erschrecken? na unbedingt. denn man kann etwas in worten gesagt bekommen (vor allem wenn es so vorsichtig ausgedrueckt ist wie die warnungen auf zigarettenschachteln bis vor kurzem noch waren: "rauchen kann ihre gesundheit gefaehrden") und es muehelos beiseiteschieben. aber bilder bekommt man nicht mehr aus dem kopf. bilder bringen quasi den beweis fuer das was worte bloss als vage moeglichkeit ohne zwingendem bezug zu einem selbst in den raum stellen.
soll man bilder vom krieg in all ihrer unmenschlichkeit und greul zeigen? wenn man nicht will dass jede neue generation mit einem froehlichen lied auf den lippen in den krieg zieht und verstoert und verroht zurueckkommt und den krieg in die heimat zurueckbringt, dann unbedingt. (2007 sind 18.600 irakis getoetet worden. habt ihr auch nur einen von ihnen gesehen? die u.s. armee verbietet die darstellung von gefallenen u.s. soldaten. warum wohl? aus pietaet?)

man kann sich leicht etwas einreden. man kann leicht sein ganzes leben eingebildeten und vorgeschobenen zielen widmen die blosser ersatz sind fuer das was man einmal wollte und das zu verfolgen man irgendwann aufgab, bloss weil man durch aeussere zwaenge dazu gedraengt wurde, oder gelernt hat es so zu moegen. (geld zu verdienen ist z.b. niemals ein kinderwunsch, kann aber spaeter zum alleinigen lebenszweck werden.)
es ist zu befuerchten dass nicht wenige menschen erst auf ihrem sterbebett erkennen dass sie ihr leben vergeudet haben, und ebenso wie einfach es gewesen waere sich und seinen idealen treu zu bleiben. menschen die nach nahtod erfahrungen ihr leben radikal aendern und z.b. vom geschaeftsmann zum sozialarbeiter werden, legen diese vermutung nahe (11).
solch einen falschen weg gehen kann man aber nur wenn man nicht auf sein innerstes selbst hoert, ignoriert was aus dem unterbewusstsein zu einem spricht. wenig anderes ist dabei dem sinnvollen denken und einem realistischem standpunkt so wenig zutraeglich wie routine:
oft befahrene gedankliche spuren graben sich immer tiefer ein, bis eine abzweigung zu anderen sichtweisen nicht mehr moeglich ist. anstatt sich selbst zu hinterfragen freut man sich nicht mehr widerlegt zu werden und beschliesst irgendwann von nun an einfach recht zu haben.
mit cannabis aber geht das nicht.
es entlarvt rollenspiele und vorgeschobene ersatzbefriedigungen (wie geld und macht welche sind). es bricht konditionierungen auf und laesst uns wiedererkennen was wir in unserer kindheit schoen fanden, oder in unserer jugend gerecht, und was wir uns dann ausreden liessen, und mit zynismus und resignation ueberdeckten.
darum ist diese droge das wohl wirkungsvollste instrument das uns menschen auf dem weg zur selbstfindung und selbstverwirklichung zur verfuegung steht. (vor allem weil der umgang mit ihr im vergleich zu den ebenfalls wertvollen halluzinogenen ziemlich einfach ist)

bezueglich der frage ob der konsum von cannabis zur persoenlickeitsbildung beitragen kann oder nicht herrscht selbstverstaendlich uneinigkeit zwischen befuerwortern und gegnern dieser droge. aus dem oben gesagten folgt dass der wert fuer die reifung einer person darin besteht dass sie andere standpukte als die gewohnten (und zum teil anerzogenen und wenig hinterfragten) kennenlernt, und dass ihr einfuehlungsvermoegen in die leben und denkweisen anderer menschen gesteigert wird.
die gegner vertreten offenbar die ansicht dass diese einsichten nicht noetig sind oder man sie auf anderem weg erlangen sollte. so kann man solche leute sagen hoeren dass jemand, der persoenliche probleme und defizite hat, sie anderes kompensieren oder loesen sollte als durch drogenkonsum. man sollte sie wohl darauf hinzuweisen dass eine reife persoenlichkeit nicht das gegenteil ist von einer persoenichkeit voll von widerspruechen und problemen. es gibt sehr viele menschen die von der welt und ihrer aufgabe darin wenig ahnung haben, denen es aber gerade deswegen sehr gut geht. das amerikanische wort "ignorance is bliss" sagt es ja: es ist der unbeschwertheit geradezu foederlich wenn man sich nicht um allzuviel anderes kuemmert als um das was einem unmittelbar selbst nuetzt, und wenn man nur wissen will was eh jeder weiss. menschen hingegen die "zuviel" wissen und sich ueber "zuviele" dinge gedanken machen haben es sicher nicht leicht. trotzdem muss man ihre weltsicht als die reifere bezeichnen, als die verantwortungsvollere, und als die berechtigtere.

wer trotz eigener erfahrungen mit cannabis nicht findet dass man dabei besser denken kann, der sollte einmal folgendes versuchen:
er sollte nicht zu sehr bemueht sein die bahnen seiner gedanken zu kontrollieren, sondern nur (sich selbst gegenueber) die absicht zum ausdruck bringen ueber eine sache nachzudenken, und dann die zuegel lockerlassen. die gedanken moegen abschweifen, um ein wenig spaeter wieder zum thema zurueckzukehren, vielleicht mit neuen einsichten.
vieles im gehirn geht besser und leichter wenn wir es nicht generalstabsmaessig angehen. schliesslich ist unser gehirn, entgegen anderslautender behauptungen, kein computer sondern ein dynamisches, plastisches organ aus fast nur wasser...
kann man ideen und tiefe einsichten mit dem verstand erzwingen? dass das nicht geht leuchtet wohl jedem ein. aber die konsequenzen einer solchen einsicht sind eigentlich weitreichender: man kann naemlich durchaus zum standpunkt gelangen dass man keine wichtige aussage oder aktion taetigen sollte ohne zuvor unter dem einfluss von cannabis daruber nachgedacht zu haben. schliesslich wollen wir ja auch unser unterbewusstsein befragen, also den teil unseres geistes den wir normalerweise nicht beruecksichtigen, der aber naeher an unseren wirklichen motiven ist.
man kann durchaus der meinung sein dass man im mit cannabis berauschten zustand mehr man selbst ist als nuechtern...

LACHEN JA, ABER BLOEDSINNIG?

eine gedankenkette eines mit cannabis berauschten menschen kann zuweilen recht weit weg fuehren und dabei haken schlagen und kringel in den aether ziehen (bildlich gesprochen). das kann oft nur ein ebenfalls bekiffter nachvollziehen und wuerdigen, und es koennen witzige ideen daraus entstehen die ein aussenstehender nicht versteht. aber auch bei witzen die allgemein verstaendlich sind wird die komik oft dramatisch gesteigert dadurch dass man sich die situation unter dem einfluss von cannabis sehr bildhaft vorstellen kann.
es ist bekannt dass kiffer zu heiterkeitsausbruechen neigen, jedoch sind die kein zeichen fuer beeintraechtigte intelligenz. denn entstehen tun diese witzigen situationen durch beschleunigte assoziationen mit ansonsten zu weit entfernten inhalten. und die heiterkeit steigt mit der faehigkeit zum visualisieren von und fokussieren auf situationskomik und wortwitz.
nuechternen menschen muss das albern vorkommen.
so ist zu verstehen dass man kiffern unterstellt gar nicht zu wissen warum sie lachen, oder sich ueber dinge erheitern zu koennen die eigentlich gar nicht komisch sind.
kiffern wird folglich oft unterstellt dass sie (zumindest im rauschzustand, wenn nicht auch sonst) duemmer sind als andere...
ein vorurteil, das offensichtlich auf der irrigen annahme beruht dass sich der wert berauschter gedanken auch nuechternen menschen ohne weiters erschliessen muesste, und sie anderenfalls wertlos sind. ziemlich arrogant, nicht?

CANNABIS UND KUNDALINI

kundalini ist der indische begriff fuer eine kraft die uns menschen als antrieb dient zu allem was wir tun und denken, der aber in der westlichen welt (bezeichnenderweise) keinerlei bedeutung beigemessen wird und fuer die es nicht einmal einen begriff gibt. obwohl man davon ausgeht dass sie normalerweise ruht (und nur bei kuenstlerisch begabten menschen etwas aktiver ist), ist sie auch schon in diesem zustand der ursprung all unser motivation. ohne sie koennten wir nicht existieren, aber auch nicht ohne sie in sinnvolle bahnen zu lenken. der wahrheit am naehesten kam im westen wohl freud als er sagte dass man ohne den sexualtrieb auszuleben verrueckt oder kriminell werde. bloss hielt er eine wirkung fuer die ursache: ein weg diese kraft zu kanalisieren ist naemlich der orgasmus. aber auch bewegung, denken und fuehlen werden von ihr gespeist und vorangetrieben. eine gesteigerte aktivitaet der kundalini, die nicht kanalisiert werden kann, kann als sehr unangenehm und irritierend empfinden werden.
die kundalini, die normalerweise irgendwo zwischen beckenboden und nieren ruht, zu wecken und ueber ruecken und genick bis in den kopf aufsteigen zu lassen, bedarf, will man es ernsthaft und gefahrlos machen, langjaehriger uebung und der anleitung durch einen lehrer. kundaliniyoga ist wohl der beste weg sie zu wecken, aber ebenso ist eine reife persoenlichkeit noetig um diese immense kraft dann handhaben zu koennen ohne psychischen schaden zu nehmen.
auch cannabis kann die kundalini wecken, zwar nur bis zu einem bestimmten grad und nur fuer begrenzte zeit, aber das kann einen eindruck davon vermitteln in welche richtung diese erfahrung geht und was mit dem menschlichen geist moeglich ist. und es kann im rahmen einer meditationstechnik eine einleitung darstellen, nach der andere methoden weiterfuehren koennen.
ich moechte hier nicht den eindruck erwecken dass cannabis rauchen kundaliniyoga ersetzen kann, und auch nicht dass ich ueber die kundalini mehr weiss als ein guter lehrer. es geht mir hier nur darum zu zeigen dass cannabis einen guten einstieg bieten kann. das ist ja auch die funktion die es fuer die kiffenden saddhus in indien hat.

wieder haengt es davon ab dass man gutes gras hat und davon reichlich geniesst, sich dann hinlegt und jede ablenkung ausschaltet.
ich lege die linke hand auf den unteren bauch und die rechte auf das brustbein. ich atme tief (also durch den bauch) und ruhig.
nach kurzer zeit fuehlen sich die haende warm an, und in den handflaechen ist ein leichtes kribbeln zu spueren. bald kann ich, wie bereits oben gesagt, eine energie wahrnehmen, die von der rechten hand ausgeht, durch den bauch stroemt, und von der linken hand wieder aufgenommen wird.
innerhalb weniger minuten kann ich dann spueren wie im unteren ruecken eine andere energie waechst, die mit nichts zu vergleichen ist. es ist ein spannungszustand, wie elektrizitaet, obwohl es keine ist (weswegen kundalini und ki bis heute nicht mit wissenschaftlichen methoden messbar sind). laut indischer lehre steigt die kundalini durch kanaele in und neben der wirbelsaeule hoch, passiert dabei die chakras und erweckt die jeweiligen psychischen aspekte und geistigen faehigkeiten die mit ihnen assoziiert sind. erreicht sie (als "goldener funkenregen") den kopf und dann das scheitelchakra, erlebt der mensch das was man als erleuchtung bezeichnet, ein zustand dessen existenz im westen traurigerweise immer noch groesstenteils belaechelt bzw. ignoriert wird.
(eine moeglichkeit solche zustaende wissenschaftlich zu erklaeren besagt dass hoehere bewusstseinszustaende mit einer hoeheren taktfrequenz des gehirns einhergehen (15), oder mit synchronen oszillationen, die verschiedene inhalte miteinander verknuepfen und so ein hoeheres mass an bewusstheit erzeugen.)

es ist moeglich, wenn auch nur voruebergehend, mit cannabis diesen angeregten zustand zu erreichen, ich erlebe ihn fast bei jedem rausch, mehr oder weniger ausgepraegt. die fuer mich beste position ist dabei wie gesagt das liegen auf dem ruecken (obwohl wahrscheinlich auch der lotussitz geeignet ist), und selbst beim sitzen auf einem sessel an einem tisch, den kopf in die haende gestuetzt, habe ich diese kraft schon bis in den kopf fahren gespuert, wobei sie sowohl den ruecken entlang hochkommt als auch aus den haenden in den kopf stroemt um sich dann zu einem strang zu vereinigen.

ich moechte aber nahelegen dass jeder selbst herausfindet was die fuer ihn geeignete stellung ist um diese erfahrung zu beguenstigen. das ist relativ leicht, da man, wenn man die haende an verschiedene stellen am koerper legt, sofort einen eindruck davon bekommt ob es da sinn macht oder nicht.

das wecken der kundalini ist oft mit hitze verbunden. diese hitze empfinde ich als angenehm, heilend und energetisierend, weswegen ich sie beguenstige. ich decke mich dazu mit einer decke zu, die rundherum eingeschlagen ist, nach ca. einer halben stunde ist dann mein ganzer koerper heiss.
und sollte man vorher nicht ganz fit sein, unterkuehlt oder leicht kraenkelnd, oder schmerzen in lunge oder bauch haben (vorausgesetzt natuerlich die haben keine gravierenden ursachen), so sind diese nachher weg, man ist voller energie und bewegt sich gerne und, wie gesagt, sehr effizient.
ist man unterkuehlt oder erschoepft kann es auch vorkommen dass die muskeln in gesaess und oberschenkeln unkontrolliert zu zittern beginnen. wenn man das genauer beobachtet kann man feststellen dass diese bewegungen nicht willkuerlich sind, sondern ein staendiges hin- und her von anregung und hemmung darstellen, sich dabei verschiedene rhythmen ueberlagern bzw. sich synchronisieren. ich moechte die behauptung wagen dass sich darin die kommunikation zwischen den gehirnhaelften zeigt. nutzlos ist dieses zittern jedenfalls nicht, weil von ihm nach und nach jene spannung auch des rueckens und des bauchs ausgeht, die das hochsteigen der kundalini zumeist begleitet.

denn steigt die kundalini dann hoch, was nur geht wenn man jede ablenkung ausschaltet und die wirbelsaeule gerade ist, stellt sich naemlich noch ein anderer ungewoehnlicher effekt ein:
und zwar eine art von sperre, die den ganzen koerper erfassen kann und von der ich nicht mit sicherheit sagen kann in welchem ausmass sie von den muskeln ausgeht. sie "muskelsperre" zu nennen klingt jedenfalls zu sehr nach krampf und ist missverstaendlich...

diese sperre ist (zumindest anfangs) sehr wohl eine anspannung der muskeln, die sich aber von einem muskelkrampf, wie man ihn sonst kennt, in vielerlei weise unterscheidet.
so ist sie nicht unangenehm und sie kostet auch keine energie. sie schreitet voran ohne dass man sie willentlich beeinflussen muss, man kann sie jedoch willentlich beenden indem man einfach aufsteht und sich schuettelt.
ihren ausgang nimmt diese muskelsperre irgendwo im oberen gesaess und unteren ruecken, von dort stroemt sie zuweilen in die beine, auf jeden fall aber wandert sie den ruecken hoch.
wenn man nun meint bloss angespannt zu sein und seinen koerper bewusst zu entspannen versucht, wird sie ein wenig nachgeben, nach unten sinkt, bloss um wenige sekunden spaeter umso hoeher zu steigen. dabei wandert sie nicht von einem muskel zum naechsten, sondern eher in einer grenzschicht (im rechten winkel zur koerperachse) nach oben. und wenn sie ein stueck nach unten geht dann tut sie dies zuweilen in spiralform, was mit der anatomie eigentlich nicht zu erklaeren ist (schliesslich haben wir im ruecken keine spiralfoermig angeordneten muskeln).
nach unten kann sie bis in die fuesse wandert, nach oben bis ins genick. dabei nimmt man automatisch eine gerade position ein. (vielleicht ist das ja auch der sinn dieser sperrfunktion.)
selbst wenn die muskelsperre den ganzen koerper erfasst, hat das keinen einfluss auf die atmung, die dafuer noetigen muskeln sind nicht betroffen, und auch der herzrhythmus wird dabei nicht veraendert.

in dieser situation kann alles dazu anlass sein die energie im ruecken wieder ein stueck hoeher springen zu lassen. eine beruehrung, das erschrecken ueber ein geraeusch, ein intensiver gedanke, oder auch die bildhafte vorstellung einen energiefluss im koerper umzukehren.

dabei bilden kleine zuckungen, die vor allem im ruecken ihren ursprung haben, den ausgangspunkt fuer das hochsteigen der kraft, und mit ihr der muskelsperre. wie kleine blitze zuckt es da immer wieder, und mit jedem (nicht sichbaren, nur fuehlbaren) blitz, der den koerper durchzuckt und sich in ihm wellenfoermig ausbreitet, steigt die energie im ruecken ein stueck hoeher.
ist man abgelenkt und unterbindet somit diesen vorgang fuer laengere zeit, wird er, in dem moment in dem die ablenkung aufhoert, umso heftiger beginnen und es kann sein dass auf diese weise der ganze ruecken auf einmal, bis zum genick, von der energie erfuellt (und von der sperre geradegehalten) wird. (unter diesem gesichtspunkt sollte man vielleicht auch die schlaege auf den ruecken von zazen-meditierenden sehen. sie koennen wohl den schock bewirken der ein hochschnellen der kundalini mit sich bringen kann.)
man muss aber nicht befuerchten von der energie ueberrascht zu werden, ich denke sie schnellt nur dann so ploetzlich hoch wenn man diesen zustand schon oft erlebt hat, sonst interpretiert man sie wohl als eine verspannung der muskeln und schuettelt sie einfach ab. und sie geht auch bevorzugt erst bis zu jener hoehe auf der die rechte hand liegt.
solange man sich ablenkt spuert man auf jeden fall die energie im ruecken "lauern" und kann dann wissen dass sie kommt sobald man sich wieder hinlegt und die augen schliesst.

ich denke dieser zustand kann bei jemandem, der ihn nicht kennt, furcht ausloesen, aber irgendwann wird die wohl der neugier und faszination weichen.
denn es kann schon sehr interessant sein diese neue funktion des eigenen koerpers zu entdecken, besonders wenn man nach jahrzehnten des lebens eigentlich denkt alles zu kennen wozu er faehig ist. diese begeisterung kann die energie noch zusaetzlich anfeuern: man will sehen was damit moeglich ist und laesst sich darauf ein.

man kann den koerper dabei ruhig immer wieder willentlich entspannen, und muss nicht befuerchten dass der angeregte zustand dadurch gestoert wird. ich denke man sollte sogar immer wieder loslassen und sich fuer einen moment bewusst entspannen, damit reinigt man die kraft nur und isoliert sie von muskelanspannungen. sie wird zwar kurz absinken aber danach umso hoeher steigen, und umso klarer von muskelspannungen unterscheidbar sein.
irgendwann, wenn der ganze koerper voellig entspannt ist und nur diese eine kraft im ruecken brennt wie ein unsichtbarer energiestrang, wird es dann offensichtlich dass keine muskeln mehr beteiligt sind, sondern dass das etwas neues ist, etwas das wir normalerweise nicht erleben. keine muskelspannung koennte so muehelos sein, so gar nicht ermuedend und im gegenteil so anregend.

ist der ganze koerper noch gespannt, was wie gesagt nur in voellig gerader lage geht, kann man ein weiteres seltsames phaenomen beobachten:
der koerper wird, einem gespannten seil gleich, immer wieder von wellen durchlaufen, die an den enden (kopf und fuesse) reflektiert werden und mehrere sekunden lang auspendeln koennen. je nachdem wo der reiz seinen anfang nimmt geschieht dies in groesseren bzw. kleineren wellenlaengen. ausgangspunkt sind dabei weiterhin kleine zuckungen irgendwo im koerper, der in dieser situation offenbar fuer reize aller art sehr empfaenglich ist. vor allem im ruecken entstehen sie, dort wo die spannung am groessten ist, und dieser impuls breitet sich dann in einer welle im ganzen koerper aus.
man kann in dieser situation z.b. auf der linken seite liegen und den kopf auf die linke hand zu stuetzen, waehrend die rechte auf dem becken/gesaess ruht. so kann man das schwingen des koerpers besser beobachten als im liegen auf dem ruecken.

auch neue gedanken und geniale ideen koennen begeistern und die energie steigern: man freut sich ueber einen einfall, und darueber wie gut man ploetzlich denken kann. diese ideen kommen ja nicht nur wahllos hereingeschneit sondern man kann auch ueber ein problem gezielt nachdenken und dabei von guten loesungen ueberrascht werden. im selben moment springt die energie wieder ein stueck hoeher...
diese beiden ereignisse geschehen so simultan dass ich nicht sagen kann was von beiden die ursache ist und was die wirkung: erzeugt ein sprunghafter anstieg der energie einen einfall, oder bewirkt ein einfall einen anstieg der energie?
in diesem zusammenhang ist interessant was in der bbc serie "the human mind" ueber "original thoughts" (oder "aha-moments"), also neue ideen mit grossen auswirkungen auf die momentane situation (ein aha-erlebnis also), ausgesagt wird: sie sind auf dem eeg als hohe spitzen im ansonsten eher gleichfoermigen zick-zack deutlich zu erkennen. sie muessen also allein schon von ihrer energie her aussergewoehnlich sein...

waehrend des hochsteigens der kundalini bzw. der koerpersperre wird die lage der rechten hand (nach meiner erfahrung) besonders bedeutsam.
wenn man sich (nach ablenkung oder koerperlicher bewegung) hinlegt und die energie wecken will kann man mit der rechten hand langsam auf dem bauch nach oben streichen und die richtige hoehe suchen, oder sie gleich dort hinlegen wo man denkt die energie aufbauen zu koennen: zu niedrig (eher drueckende wirkung) wird weniger bewirken als moeglich waere, dafuer wird das wenige rascher einsetzen. zu hoch (eher ziehende wirkung) wird bedeuten dass wir uns zu viel vorgenommen haben und erst mal nichts passiert.
es kann auch vorkommen dass die rechte hand von selbst an eine stelle springt an der die aus ihr stroemende energie am besten wirken kann, und es kann auch passieren dass sich dabei die finger (nicht schmerzhaft aber doch) in den bauch krallen weil die energie, die durch die handflaeche stroemt, so stark ist.
wenn die kraft einmal bis in den kopf steigt verliert die position der rechten hand wohl ihre bedeutung, auf jeden fall wird dafuer die stellung des kopfes sehr wichtig: er muss nun auf jeden fall gerade und aufrecht sitzen. im liegen bedeutet das dass man ihn nicht auf einen polster legen kann. er sollte in einer stellung gehalten werden die im stehen einem hochrecken des kinns entsprechen wuerde.
die haende lege ich in dieser phase neben den koerper, und die beine, sofern sie noch angewinkelt sind, strecke ich aus, wobei die fersen aneinander anliegen koennen, nicht aber die zehen (weil auch hier, wie in den fingerspitzen, meridiane enden und solche konstellationen wie mudras wirken)

wenn die kundalini den kopf erreicht spuert man in der fortsetzung der geraden linie der wirbelsaeule die energie auf die innenseite der schaedeldecke auftreffen. wenn man den kopf bewegt wandert der punkt, an dem sie auftrifft, spuerbar, und die kundalini sinkt durch diese aenderung der koerperlage auch oft kurz ab, um sich danach neu aufzubauen.
in dieser situation wird meiner meinung nach der lotussitz irgendwann unumgaenglich. ich finde es schwer im liegen eine position zu finden in der die energie im kopf sich nicht als unangenehmer druck auswirkt.
bei geschlossenen augen sieht man dann auch zunehmend bewegte muster und andere bilder. die gedanken sind angeregt auf eine weise die schwer zu beschreiben ist. hier beginnt wohl ein weites feld das jeder fuer sich selbst erkunden muss, und in dem der moegliche nutzen fuer die geistige entwicklung und inspiration theoretisch unbegrenzt ist.

die auswirkungen des phaenomens der hochsteigenden kundalini sind also nicht nur koerperlich, sondern auch und vor allem geistig. ist man waehrend eines normalen cannabis-rausches schon geistig angeregt und gelassen, so kann sich das in dieser situation bis zu einem tiefen einblick in die welt und seine eigene position darin steigern, und zu einem grossen gluecksgefuehl.
(welche katastrophe dass menschen soetwas normalerweise per gesetz verboten ist. ueber so ein schaedliches gesetz sollte man sich ohne jedes schuldgefuehl hinwegsetzen.) (12)

mit dem energielevel hebt sich auch der standpunkt von dem aus wir die welt betrachten, entlang einer dimension die auf alles andere blicken laesst anstatt mitten drin festzustecken, die uns also erlaubt abstand zu gewinnen. es ist als ob man von seiner lebenslinie im rechten winkel weggezogen wird und dadurch auf einmal einen blick auf groessere abschnitte nach rechts und links, also nach zukunft und vergangenheit, tun kann. wir erkennen dass alles unser leben ausmacht, zu gleichen teilen, und nicht bloss die gegenwart in der wir stecken, oder die zukunft auf die wir hoffen, oder die vergangenheit der wir vielleicht nachtrauern oder die uns belastet. (und eigentlich geht die linie ueber geburt und tod hinaus, auch das kann man zuweilen erahnen.)

zwischen menschen die einander sehr nahe sind kann der gebrauch von cannabis auch auf der koerperlichen ebene eine vertiefung der beziehung beguenstigen: man kann sich ineinander versenken, und die gesteigerte sensibilitaet laesst eine kommunikation zwischen den koerpern erkennen die einem sonst nicht bewusst wird. dabei wird z.b. der atemrhythmus nicht nur synchronisiert (bzw. auf andere stabile verhaeltnisse wie 2:1 oder gar 3:2 gebracht), sondern es kommt auch zu einem hin und her von anregung und hemmung das an ein gespraech erinnert und auf einer tiefen ebene auswirkungen auf die psyche beider hat.
eine hand auf den koerper des anderen gelegt kann in ihn "hineinspueren" und eine stelle finden an der aus ihr abgestrahlte energie mehr "begruesst" wird als an anderen, wo es sich auch fuer den gebenden angenehmer anfuehlt. hat man seine hand fuer laengere zeit auf einer stelle liegen und entfernt sie dann schnell (und doch so dass der andere nicht durch die bewegung erschrickt) reagiert der andere als ob etwas aus ihm herausgerissen wurde, weil die beiden, die eigene hand und der koerper des anderen, offenbar auf eine bestimmte weise miteinander verschmolzen sind. (27) diese reaktion erfolgt auch wenn der andere schlaeft...

eine sehr wirksame methode in den anderen koerper (energetisch) einzudringen ist auf seiner oberflaeche, z.b. mit den fingerspitzen, spiralfoermige bewegungen zu vollfuehren, die ganz langsam immer kleiner werden.
hat die spiralbewegung einen punkt erreicht an dem keiner der beteiligten mehr sagen kann ob sie ueberhaupt noch ausgefuehrt wird oder nur noch gedacht ist, geschieht schlagartig etwas deutlich spuerbares, eine qualitative (und nicht mehr bloss quantitative) veraenderung: beide spueren ploetzlich einen energieanstieg, oder eine vertiefung der trance, auf jeden fall ist das feld der hand und das feld des anderen koerpers dann ploetzlich verschmolzen. das bild das dabei (fuer den "eindringenden") als anleitung dienen kann ist folgendes: man stelle sich einen duennen, ca. 10cm langen stab vor, der von den fingerspitzen bis in den anderen koerper reicht und der dort, wo er die haut durchdringt, gelagert ist und so die spiralbewegung von aussen nach innen uebertraegt. man stelle sich weiters vor dass der stab langsam in den anderen koerper eindringt: eine immer kleiner werdende aeussere bewegung hat also eine immer groesser werdende innere zur folge. am "knackpunkt" kommt es dann zur paradoxen situation dass die innere bewegung unendlich gross sein muesste (oder zumindest einen kreis beschreibt der sich nicht mehr steigern laesst), andererseits aber gar nicht mehr bewusst spuerbar ist, da die aeussere, antreibende bewegung bereits unendlich klein ist.
(paradoxien sind es auch die bei einer hypnoseeinleitung den verstand verwirren, in einem logischen loop fangen, damit er die kontrolle ueber das unterbewusstsein aufgibt. obwohl ich nicht sagen kann ob es in der hier beschriebenen situation noch um den verstand geht, scheint da ein aehnliches prinzip zu wirken.)

dieselbe methode kann man uebrigens auch bei sich sebst anwenden: streicht man z.b. mit der hand am bauch entlang nach oben und wird dabei immer langsamer, wird es auch hier einen punkt geben an dem man selbst nicht mehr weiss ob die bewegung nun noch ausgefuehrt wird oder nur noch gedacht: bemerkt man dass die hand tatsaechlich ruht, kann man beginnen sie ganz langsam wieder zu bewegen, wieder immer langsamer werdend, bis man irgendwann wieder an den punkt kommt an dem man selbst nicht mehr weiss ob nun nicht nur noch der gedanke an die bewegung da ist. das kann, wie andere reize auch, zu einem sprunghaften anstieg der energie im ruecken fuehren, bzw. zwischen den haenden.
und auch das verschmelzen der haende mit anderen teilen des koerpers ist bei einem selbst moeglich: legt man in einem so hochenergetischen zustand die haende auf den koerper, egal wo, so fuehrt nach kurzer zeit jede veraenderung ihrer lage zu einer deutlich spuerbaren veraenderung, die meist eher unangenehm ist weil dadurch ein einmal etablierter energiestrom unterbrochen wird. stuetzt man z.b. den kopf auf die haende und entfernt die dann (ohne den kopf zu bewegen) fuehrt das sehr schnell zu starkem schwindelgefuehl und zum beduerfnis die vorherige position wieder einzunehmen.

eine immer langsamer und kleiner werdende spiralbewegung scheint aber wirksamer zu sein als eine lineare bewegung, und auch eine achterschleife ist sehr geeignet. diese formen koennen ihre ploetzliche anregende wirkung auch entfalten wenn man sie nur mit den augen ausfuehrt, oder ueberhaupt nur im gedanken. auch hier wird es ja einen punkt geben an dem man nicht mehr bewusst spueren kann ob die bewegung ueberhaupt noch ausgefuehrt wird, und auch hier wird es zur kleiner werdenden bewegung einen gegenaspekt geben der im gegenzug waechst, z.b. die steigende aufmerksamkeit auf das immer kleiner werdende geschehen.


in der anfangsphase des rauschs ist die herzfrequenz oft beschleunigt, oder man spuert sein herz staerker schlagen. beides fuehrt dazu dass sich im gegenzug die atemfrequenz verringern kann, was der entspannung des koerpers foerderlich ist. in situationen in denen die energie im koerper besonders stark ist kann sich das noch steigern, sodass man trotz langer pausen zwischen den atemzuegen keine atemnot verspuert, so als ob die erhoehte energie ein ersatz fuer sauerstoff sei. in welchem zusammenhang das mit der kundalini steht weiss ich nicht, aber ich denke es ist wert beobachtet zu werden, da der effekt sehr deutlich ist.

noch etwas: eine kuriose methode um die energie sprunghaft zu steigern: man kann versuchen im dunkeln zu schreiben. ich war selbst ueberrascht ueber die wirkung. ich nehme an es liegt daran dass man sich auf das bild des geschriebenen konzentrieren muss, das man ja nur im gedanken sehen kann, und das man verinnerlichen muss wenn man buchstabe neben buchstabe in eine zeile setzen will ohne sehen zu koennen was man schreibt.

die haende auf die oben beschriebene weise auf den koerper zu legen ist aber wohl nur eine moeglichkeit von vielen, ich habe sie in vielen jahren als die fuer mich angenehmste und wirksamste erkannt. ich habe aber auch erlebt dass es nuetzlich sein kann beide haende uebereinander auf das herzchakra zu legen (die rechte unten, die linke darueber), oder in die obere haelfte der oberschenkel gepresst.
wer sich mit kundalini ernsthaft befassen will sollte einen guten lehrer fuer kundaliniyoga finden, mir geht es hier nur darum aufzuzeigen welchen (fuer viele wohl unerwarteten) nutzen cannabis dabei haben kann.
ich bin auch sicher dass in diesem zusammenhang mudras sehr nuetzlich sein muessten. viele meridiane enden ja in den fingerspitzen, durch zusammenpressen verschiedener finger kann man sie verbinden und damit auf die energiestroeme darin einfluss nehmen...
ich glaube auch dass am lotussitz, sowie am zazen sitz(35), wichtig ist dass die fusssohlen, aus denen ja wie aus den handflaechen ki austroemt, nach oben zeigen, bzw. in den ruecken strahlen (was sie bei zazen noch mehr tun als beim lotussitz). in phasen unangenehmer erregung (die ja von schlecht kanalisierter kundalini ausgeht) hat sich fuer mich der zazen sitz jedenfalls als effektiver beim ableiten der kraft erwiesen.

ESSEN ODER NICHT ESSEN?

ca. eine halbe stunde nach einnahme von cannabis steigt der appetit stark an, was zuweilen "fressflash" heisst und wohl in keinem ratgeber fuer besorgte eltern fehlt als anleitung zum aufdecken einer eventuellen "drogensucht" des nachwuchses. dort heisst das dann "unmotivierte heisshungerattacken" oder aehnlich...
aber "fressflash" ist irrefuehrend: weder kommt dieses beduerfnis ploetzlich, noch geht es schnell vorbei, es bleibt vielmehr fuer stunden bestehen.
man hat in dieser zeit grossen appetit auf etwas nahrhaftes, vorzugsweise brot oder etwas suesses.
das verlangen ist gross und gross ist auch die befriedigung wenn man ihm nachgibt.
doch leider wissen scheinbar nur wenige menschen welche starken auswirkungen das auf den weiteren verlauf des rauschs hat.
wenn wir dem drang zu essen nachgeben werden wir traege, koerperlich wie geistig. wenn wir es aber nicht tun mag uns das zwar voruebergehend ueberwindung kosten, wir werden jedoch belohnt durch unvermindert angeregte gedanken und uneingeschraenkte faehigkeit zu koerperlicher bewegung.
es mag durchaus sein dass die ansicht, cannabis wirke sedativ, und die traegheit vieler kiffer nur damit zusammenhaengen dass niemand auf die idee kommt nichts zu essen wenn man das verlangen danach hat.

cannabis bietet uns die moeglichkeit uns geistigen und spirituellen belangen zuzuwenden, gefallen am denken und verstehen zu finden, sowie uns in andere menschen hineinzuversetzen und unsere innere welt zu beleuchten. (keine sorge, sex zaehlt hier als geistiges vergnuegen. cannabis steigert die lust darauf und die lust dabei.)
und wie um uns zu pruefen kommt die versuchung zu essen, und zwingt uns zur entscheidung darueber was wir tatsaechlich hoeher bewerten, langfristige geistige entwicklung oder unmittelbare koerperliche befriedigung.

uebrigens, wer unbedingt essen will soll das einem stueck obst antun, das mindert die geistige und koerperliche agilitaet weitaus weniger.

UEBER DAS FUNKTIONIEREN

wer im cannabis-rausch in erster linie das nicht-funktionieren normaler funktionen sieht geht an der sache gruendlich vorbei. natuerlich ist waehrend des rausches die wahrnehmung und das denken veraendert, das macht ja ganz allgemein den wert einer psychoaktiven substanz aus. (und das haelt ja auch nicht ueber den rausch hinaus an.)
als "ali g." (ein fiktiver charakter des britischen komikers sascha baron cohen) einen d.e.a. (drug enforcement administration, usa) repraesentanten fragt was denn nun schlecht sei an pot (haschisch), sagt der: "die lernkurve geht deutlich nach unten."
die us-regierung untersuchte einst die wirkung von drogen indem sie die probanten exerzieren liess, einen parcour bewaeltigen und rechenaufgaben loesen. die schnitten dabei natuerlich schlecht ab.
die autoren des buchs "marijuana myths - marijuana facts" fassen ein argument der cannabis gegner so zusammen: "under the influence of marijuana, people are unable to think rationally and intelligently."
abgesehen davon dass es natuerlich unsinnig ist die wirkung von einer droge auf diese weise zu beurteilen (ihr also vorzuwerfen psychoaktiv zu sein) scheint die allgemeine bevoelkerung es als gefaehrlich anzusehen wenn drogenkonsumenten sich das recht herausnehmen zuweilen nicht auf normale weise zu funktionieren. wenn jemand in berauschten zustand ein fahrzeug lenkt ist die angst wohl berechtigt, aber gilt das auch in den eigenen vier waenden, oder ganz allgemein in situationen in denen nicht das wohl anderer menschen von einem abhaengt?
sollte es im eigenen haus nicht das recht des buergers sein sich der verantwortung gegenueber gesellschaft und regierung zu entziehen? sollte er ausserhalb der schul-, arbeits- und wehrdienstzeit nicht selbst bestimmen duerfen ob und wie er funktionieren will?
es fehlt anscheinend das verstaendnis dafuer dass es, wie es eine zeit zum arbeiten und funktionieren gibt, auch eine zeit zum abschalten und in sich zurueckziehen geben muss. die vertrautheit der bevoelkerung mit dem alkoholrausch traegt offenbar nicht dazu bei dass diese eigenschaft auch bei cannabis akzeptiert wird...

ein cannabis-konsument widerum sollte sich (abends) seinem rausch hingeben koennen und ihm zeit widmen, und nicht versuchen ihn ins aktive leben (unter tags) zu integrieren: ein tiefer rausch ist nur zu erreichen wenn man sich nicht selbst von aussen betrachten muss um zu gewaehrleisten dass man sich nicht ungewoehnlich benimmt und dadurch auffaellt.
und wer staendig bekifft ist ist es nie richtig und bringt sich um die vorzuege die nur ein tiefer rausch bietet.
obwohl es durchaus sein kann dass manche leute unter dem einfluss von cannabis besser autofahren koennen als nuechtern (schliesslich erlaubt cannabis ja sich besser auf etwas zu konzentrieren), finde ich dass sich das aus respekt vor den leben anderer, die man damit gefaehrdet, verbietet.
cannabis erlaubt zwar ein besseres fokussieren auf jede taetigkeit, wenn die aufmerksamkeit aber auf etwas anderes gelenkt wird geschieht dies ebenfalls mehr oder weniger vollstaendig. daher glaube ich dass kiffen beim autofahren nur gutgehen kann solange nichts unerwartetes geschieht. mit allerlei unerwartetem muss man im strassenverkehr aber rechnen...
wird cannabis verantwortungsvoll angewandt, kann eine beeintrachtigung normaler funktionen kein argument gegen seine freigabe sein.

KANN CANNABIS ZU PSYCHISCHEN PROBLEMEN FUEHREN?

abgesehen davon dass manche leute den cannabisrausch an sich als psychotischen zustand ansehen (was bloss von unkenntnis des zustandes zeugt) ist die frage berechtigt, ob er ueber die dauer des rausches hinaus psychische probleme verursachen kann.
die muss man wohl mit einem klaren "ja, aber" beantworten.

es liegt auf der hand dass es menschen gibt die verdeckte, unterdrueckte psychische probleme haben, und die, oberflaechlich betrachtet, fuktionieren, bis sie kiffen und sich das aendert. wie das zu bewerten ist muss aber der betroffene sebst entscheiden, und zwar langfristig betrachtet.

infolge des rausches wird unser weltbild erschuettert, konditionen aufgebrochen und erlernte antworten und loesungen in frage gestellt. das ist normalerweise anregend und bereichernd, wenn man allerdings ohnehin schon unstabil ist kann einem eine solche erschuetterungen mehr zu schaffen machen als anderen menschen, daher sollte man damit sicher vorsichtig sein.
man kann den standpunkt einnehmen dass jeder, der nicht voellig ausgeglichen ist und eingebettet in ein soziales netzwerk von freunden und familie, von cannabis die finger lassen sollte.
genauso kann man aber auch der meinung sein dass es auf dem weg zu einer reifen persoenlichkeit unerlaesslich ist sich seinen aengsten und etwaigen traumatischen erinnerungen zu stellen, wobei cannabis hilfreich sein kann.
will man cannabis in einem schlechten licht darstellen ist es leicht menschen, die nach seinem konsum schlechter funktionierten als vorher, als beweis fuer seine schaedlichkeit anzufuehren.
allerdings ist damit nichts ausgesagt darueber ob die betroffenen menschen langfristig nicht davon profitieren, und ein erfuellteres leben geniessen koennen. denn eines ist wohl unbestritten: menschen koennen ihre probleme verdraengen und trotzdem ein leben lang daran leiden. probleme die nicht verarbeitet sind, sind nicht geloest, sondern nur verdraengt, und stoeren die betroffenen mit irrationalen aengsten und komplexen.
ob in diesem fall eine voruebergehende phase der verarbeitung, die sicher vorerst unangenehm ist und eine verschlechterung darstellt, nicht langfristig besser waere muss jeder selbst beurteilen. der erfolg einer solchen aufarbeitung haengt sicher stark davon ab ob der betreffende auf menschen trifft die seinen zustand verstehen und ihm helfen wollen (anstatt ihn in eine drogentherapie zu schicken, im glauben damit sei alles geloest).

leider haben wir, genauso wenig wie lehrer im fach "bildung einer ausgeglichenen persoenlichkeit und realtischen weltsicht", lehrer im fach "umgang mit cannabis und seiner neigung verdeckte probleme ans tageslicht zu bringen".
wie wir alle wissen ist es ja heutzutage ueblich, von fruehestem kinderalter an, psychische probleme mit chemischen substanzen zu loesen. und wie immerhin noch viele wissen ist das keine wirkliche loesung, sondern ein zudecken von problemen, ein verschleppen, ein umschichten.

sollte es also passieren dass der konsum von cannabis bei jemandem eine latente psychose hervorbringt (die durch die gelockerte deckung und abschirmung durch den verstand ans licht kommt) ist fuer mich nicht automatisch klar dass man das als negativ bewerten soll. solange diese person dabei keinen ernsten schaden nimmt, kann das naemlich der erste schritt zur bewusstwerdung und heilung sein.
cannabis legt nur frei was man in seinem unterbewusstsein vergraben hat. dass das hervorbringen verdraengter, belastender inhalte nicht angenehm ist, und nicht automatisch eine heilung darstellt sondern erst einmal eine verschlechterung der situation hervorrufen kann, sollte klar sein. der betreffende sollte das zum anlass nehmen sich einer psychoanalyse zu unterziehen, sollte er nicht selbst damit fertig werden.
das hervortreten unliebsamer inhalte aus dem unterbewusstsein cannabis anzulasten ist aber dumm. ein mensch kann unter verdraengten aengsten und negativen konditionierungen ein leben lang leiden, das sollte man niemandem wuenschen. wahre heilung ist nur moeglich wenn man sich diesen dingen stellt.
waere cannabis nicht illegal und koennte man offen ueber seine wirkungen auf die menschlichen psyche sprechen, waere dieses problem (das auch jetzt schon nur sehr wenige menschen betrifft) wohl weitaus geringer...
sich seinen aengsten zu stellen ist immer unangenehm. jemand der aber fuer sich in anspruch nimmt muendig und reif zu sein (und der nicht unter ungewoehnlich starken traumata leidet oder zu jung ist) wird das ohne klagen, und ohne cannabis anzuklagen, absolvieren, selbst wenn die gesellschaft nichts zu seiner unterstuetzung anzubieten hat und ihn stattdessen ermutigt den boesen drogen die schuld an seiner misere zu geben.

CANNABIS UND SCHIZOPHRENIE

der cannabisrausch hat mit schizophrenie nicht das geringste zu tun. weder sind die psysiologischen mechanismen die selben, noch das subjektive erleben des zustandes, schliesslich hoert man unter dem einfluss von c. ja keine stimmen und fuehlt sich nicht von fremden wesen und maechten zu handlungen getrieben.
trotzdem wird immer wieder versucht cannabiskonsum mit schizophrenie in einen ursaechlichen verbindung zu bringen, offensichtlich im bestreben damit die prohibition zu rechtfertigen und zu festigen.
fuer die schlecht informierte breite oeffentlichkeit mag das durchaus plausibel klingen, hat doch auch cannabis den ruf einen "verrueckten" zustand auszuloesen.
in der bbc dokumentation "die wahrheit ueber cannabis" wird behauptet cannabis koenne schizophrenie ausloesen, und dass das gar zweifelsfrei erwiesen sei.

worin besteht nun der "beweis", den die autoren dieses machwerks anfuehren?

sie stellen erstens einen jungen mann und seine eltern vor, der an schizophrenie erkrankt war.
die eltern sind davon ueberzeugt dass cannabis ihn krank gemacht hat. warum? nun, er hat es konsumiert, darum muss es seine schizophrenie ausgeloest haben.
das ist zwar kein wissenschaftlicher beweis, es ist nicht einmal logisch, aber es geht den autoren hier offenbar ohnehin um etwas anderes: die verzweifelten eltern sind lange und wiederholt zu sehen. jede besorgte mutter, die das sieht, wird sich einpraegen wie sie leiden. und jeder, der in cannabis nur die gefaehrliche droge sieht die verrueckt macht, wird sich in seinem vorurteil bestaetigt sehen. wer braucht da noch wissenschaftliche beweise?

und auch der zweite teil des "beweises" dieser doku ist kein bisschen stichhaltiger. nein, er ist geradezu peinlich:
eine wissenschafterin, stellt ein experiment mit maeusen vor anhand dessen sie belegt haben will dass cannabis schizophrenie ausloest:
die maeuse muessen in einem tank mit truebem wasser schwimmen und dabei eine versteckte plattform finden, wobei sie sich an optischen anhaltspunkten orientieren koennen, eine uebliche anordnung zum erheben der gedaechtnisleistung bei maeusen.
nach einer gabe von thc (lange nachher) schneiden ihre maeuse dabei angeblich schlechter ab.
ihre schlussfolgerung ist nun folgende: da eine verminderung der gedaechtnisleistung eine begleiterscheinung von schizophrenie ist, und cannabis bei ihren maeusen die gedaechtnisleistung vermindert, muss cannabis schizophrenie ausloesen.
ist das nicht haarstraeubend? das ist ungefaehr so logisch wie wenn man sagt: "rote autos sind in unfaelle verwickelt, darum muss die farbe rot schuld daran sein. huetet euch vor allem was rot ist!"
nach den regeln der logik, der sich auch die wissenschaft zu beugen hat, ist durch dieses experiment keine aussage gemacht ueber den zusammenhang zwischen cannabis und schizophrenie. es ist nicht einmal eine aussage ueber menschen gemacht, sondern nur ueber maeuse. die frage sei erlaubt warum die werte frau "wissenschafterin" kein gedaechtnisexperiment mit menschen gemacht hat, schliesslich waere das ja nicht ethisch bedenklich. aber vielleicht liegt es ja daran dass laengst erwiesen ist dass cannabis die gedaechtnisleistung nicht beeintraechtigt, zumindest nicht das langzeitgedaechtnis, und um das geht es ja auch in ihrem experiment. vor diesem hintergrund ist sogar zu hinterfragen ob eine gabe von thc wirklich mauese vergesslicher machen kann.

nichts desto trotz kommen die autoren zum schluss es sei nun erwiesen dass cannabis schizophrenie ausloese.
und sie machen ihre behauptung sogar an zahlen fest: so sei normalerweise die wahrscheinlichkeit an schizophrenie zu erkranken 1%, bei kiffern 2%, und bei schweren kiffern gar 6%. woher sie das "wissen" sagen sie nicht. auch nicht warum sie nicht, statt auf indirekte "beweise"mit maeusen zu setzen, einfach eine erhebung unter schizophreniepatienten gemacht haben um zu sehen wieviele von ihnen vor ausbruch ihrer krankheit gekifft haben.
aber wahrscheinlich haette das nicht das gewuenschte ergebnis erzielt.

es ist traurig dass sich die bbc, die ja sonst fuer hervorragende dokumentationen bekannt ist, fuer soetwas hergibt.
das erinnert mich an eine doku des japanischen staatsfernsehens nhk, ebenfalls bekannt fuer seine ansonsten hervorragenden dokumentationen, in der auch cannabis negative eigenschaften angedichtet wurden die es nachweislich nicht hat. ein anwalt hatte sich daraufhin die muehe gemacht und dagegen geklagt. das letzte was ich davon gehoert habe war, dass seine klage 10 jahre nach ihrem einreichen immer noch nicht behandelt worden war.

so wird drogenpolitik gemacht. auf diese bbc doku werden sich nun wieder jahrelang drogenpolitiker berufen, und es wird niemandem gelingen die feinen unterschiede zwischen einem postulat und einem wissenschaftlichen beweis so knackig aufbereitet, zur besten sendezeit in die koepfe der menschen zu bringen. genausoweinig wie es dem japanischen anwalt gelingt gegen offensichtliche luegen gerichtlich vorzugehen.

zuletzt ist dazu zu sagen dass 2009 (serioese) wissenschafter vor kurzem festgestellt haben dass schizophrenie eine autoimmunerkrankung ist, die dadurch augeloest wird dass die werdende mutter eine infektion (irgendeiner art) hatte, was das immunsystem des embryos verwirrt. dieses greift 20 oder mehr jahre spaeter in den gehirnstoffwechsel ein, was sich in einem ungleichgewicht zweier substanzen auswirkt, deren eine fuer die stimmen im kopf verantwortlich ist, und die andere fuer das insichgekehrtsein der betroffenen und die neurodegenerativen erscheinungen. schizophrenie eben.

cannabis kann also gar nichts mit schizophrenie zu tun haben!
alles was somit in der bbc dokumentation "die wahrheit ueber cannabis" bewiesen wurde ist der unbedingte wille der autoren cannabis als gefaehrlich und schaedlich darzustellen und zu diesem zweck zu luegen.

"BLEIBENDE SCHAEDEN "

immer wieder wird behauptet dass der konsum von cannabis beliebende schaeden verursacht, obwohl das eigentlich laengst wissenschaftlich widerlegt ist. wer genau hinhoert erkennt auch dass die leute, die solche aussagen machen, selbst nicht davon ueberzeugt sind.
so sagte der leiter der abteilung fuer hirnforschung der berliner charitee unlaengst in einem fernsehinterview, auf die frage woraus denn diese schaeden bestuenden: der antrieb sinkt ab. und auf die frage ob das irreversibel sei sagte er er glaube schon dass das mittlerweile belegt sei.
eine meinung also, zoegerlich vorgetragen. man darf also auch anderer meinung sein...
von einem eventuell voruebergehend verringerten antrieb auf irreversible gehirnschaeden zu schliessen ist jedenfalls genau so eine aussage wie wir sie in der drogenpolitik gewohnt sind. wer wird dem herrn professor einen vorwurf machen wenn sich herausstellt dass seine aussage haltlos war? niemand, er handelte ja zum wohle der menschen...

und auch die von manchen eltern beklagte "persoenlichkeitsveraenderungen", die cannabis angeblich bei ihrem nachwuchs ausloest, ist bei genauerer betrachtung nicht das was sie scheint: (was jetzt nicht heissen soll dass ich den konsum von cannabis bei jugendlichen gutheisse)
auf dem ersten blick klingt das ja so als ob cannabis, durch eine schaedigung des gehirns, irgendetwas mit der persoenlichkeit der betreffenden anstellt.
dabei ist cannabis bloss geeignet seine konsumenten zu einsichten gelangen zu lassen die sie dann das leben lang begleiten. und man kann damit seine grundstimmung ueberdenken und veraendern, hin zu weniger angst und zu mehr achtsamkeit, toleranz und selbstreflexion. (zumindest bietet c einem das an, ob man das angebot annimmt ist jedem selbst ueberlasssen. man moege es cannabis nicht zum vorwurf machen wenn diese wirkung nicht bei jedem ankommt.)
dass das, wie jeder lern- und reifungsprozess eine aenderung der persoenlichkeit darstellt, liegt auf der hand.
bloss, was soll daran falsch sein? ist nicht das ganze leben lernen und reifen? ist veraenderung nicht die grundvoraussetzung fuer erwachsenwerden und reifen?
soll es erstrebenswert sein aus dieser erfahrung (und womoeglich auch aus allen anderen) unbeeindruckt hervorzugehen und nichts daraus zu lernen?

also ja, cannabiskonsum kann bleibende veraenderungen hervorrufen. so wie eine bekanntschaft, ein urlaub, ein gutes gespraech oder ein buch. so wie jede erfahrung die uns zum denken anregt und uns reifen laesst.
ich kann daran nichts falsches finden...

GUTE UND BOESE DROGEN

die drogenpolitik teilt drogen in "gut" (oder zumindest akzeptabel) und "boese" (wirklich teuflisch) (22) ein, wobei alkohol und tabak, die giftigsten und mit die addiktivsten, und die gemessen am geistigen nutzen wertlosesten, jedermann (und leider auch jedem kind) zugaenglich sind, und alle anderen, wie wertvoll und bewusstseinserweiternd und harmlos sie auch sein moegen, jedermann in jedem lebensalter und ohne ausnahme vorenthalten werden sollen.
schon die hippies haben eine andere einteilung vorgenommen, und zwar in bewusstseinserweiternd und bewusstseinseinengend, wobei zu ersterer gruppe die halluzinogene und cannabis zaehlen, und zu letzterer vor allem alkohol und die opiate.
wenn man alle staatliche propaganda und alle gesellschaftliche hysterie beiseitezuschieben imstande ist, kann man zu drogen einen sehr pragmatischen standpunkt einnehmen. man stellt einfach den nutzen des rauschs (sozialisierend, inspirierend, enthemmend oder entspannend) dem schaden bzw. den gefahren (kater, suchtpotential, etwaige negative auswirkungen auf den koerper) gegenueber. dabei geht cannabis eindeutig als sieger hervor. sein grosser nutzen wird von sehr geringen gefahren begleitet.
der weg vom kiffen zur opiatsucht ist jedenfalls ein weiterer als drogenpolitiker uns glauben machen wollen (die maer von cannabis als einstiegsdroge), denn auch heute gilt heroin bei kiffern als bewusstseinseinengend und daher (und wegen seiner suchtgefahr) als wenig attraktiv, ja sogar verpoent.
all die oben beschriebenen positiven eigenschaften von cannabis werden durch die gleichzeitige einnahme von opiaten, alkohol oder schlafmitteln gemindert, wenn nicht verunmoeglicht. (vor allem die anregung der kundalini wird dadurch unterbunden.)

die polizei ist oft, ueber die reine pflichterfuellung hinaus, begeistert dabei wenn es darum geht kiffer zu belangen. oder hat schon jemand einen polizisten gesehen der mit dem gleichen einsatz versucht 10 jaehrige kinder vom zigarettenrauchen abzuhalten?
nein, es geht dabei um mehr als die blosse einhaltung der gesetze. es gibt eine kluft zwischen den menschen wobei auf der einen seite jene stehen die eher koerperbetont sind, die die haerten des lebens als gegeben hinnehmen und sie gerne an andere menschen weitergeben, die kein problem mit konkurrenzkampf haben weil sie gefallen am erobern und besiegen finden, die meinen dass ein mann nicht zuviele gefuehle haben oder gar zeigen sollte, und die zu gewalt neigen. diese menschen sprechen mehr dem alkohol zu.
auf der andern seite jene denen gewalt ein greul ist und die darunter leiden, die sich eine friedlichere welt wuenschen und lieber im einklang mit ihren gefuehlen und dem rest der welt leben wuerden als diese zu ueberwinden und jene zu unterwerfen, die geistige werte hoeher ansiedeln als weltliche und die nicht finden dass moeglichst viel spass haben schon der ganze sinn des lebens gewesen sein kann. diese menschen finden eher an cannabis gefallen.
einmal sagte ein polizist zu mir: "wir moegen die kiffer nicht, sie sind arrogant und geben sich elitaer, wir kommen nicht mit ihnen klar. uns sind leute die alkohol trinken lieber, die sind geradlinig und einfacher zu verstehen."

viele menschen sind stolz darauf nie etwas mit drogen zu tun gehabt zu haben. oft habe ich schon diesen satz gehoert, vorgetragen mit stolzgeschwellter brust: "drogen hab ich nie genommen! brauche ich doch nicht!"
doch was anderes ist das als lautstark zu verkuenden wie stolz man ist etwas nicht zu kennen? soll das eine tugend sein, drogen nie probiert zu haben? soll es von besonderer staerke zeugen? oder ist nicht eher der stark der drogen kennt und aus ihrem gebrauch nutzen zieht ohne dabei schaden zu nehmen?
und, natuerlich braucht man keine drogen um ohne jeden geistigen anspruch ein rein materiell orientiertes leben durchzuziehen...


die befuerchtung dass eine freigabe von cannabis zu einem anstieg der benutzer fuehren wuerde, ist unberechtigt (wie das beispiel holland zeigt). den meisten menschen waere ein cannabis rausch naemlich geistig viel zu anstrengend...
jemand der an die eine "realitaet" glaubt, wie sie von den meisten buergern vertreten und ueber die medien verbreitet wird, wird beim ersten kontakt mit cannabis eine eher unangenehme erschuetterung seines weltbilds erleiden und haette wahrscheinlich eine menge nachzudenken. auch saehe er seine person auf ungewohnt heftige weise von seinem unterbewusstsein hinterfragt, etwas das erwachsene normalerweise nicht so gerne haben. dass er cannabis also nach dem ersten probieren bleiben laesst ist sehr wahrscheinlich.
das bestaetigt weiter die ansicht dass es menschen gibt die alkohol bevorzugen, und welche die cannabis lieber haben, und zwar ziemlich unabhaengig von verboten und propaganda.

menschen die sagen sie haetten in ihrer jugend cannabis probiert, aber braeuchten es nun nicht mehr, oder haetten erkannt dass es nichts bringt, finde ich persoenlich wenig respektabel. zum einen weil sie damit sagen dass sie aus ihrem cannabis-konsum nichts gelernt haben, und zum anderen weil sie der naechsten generation keine sinnvollen aussagen ueber cannabis mitgeben koennen und diese wieder alles selbst rausfinden und muehsam die wahrheit aus den luegen und den vorurteilen herausschaelen muss.

wenn ueber drogen gesprochen wird kommt von gegnern oft die aussage dass man ja auch ohne drogen, naemlich mit meditation, veraenderte bewusstseinszustaende erreichen kann, und gluecksgefuehle, und bewusstseinserweiterung, und eine anregung der kundalini...
und natuerlich stimmt das. und natuerlich wuerde ich jedem erwachsenem empfehlen die eine oder andere form von meditation zu praktizieren. aber erwarten kann man das wohl von den wenigsten menschen. fuer menschen bis vielleicht 25 bilden, in ermangelung eines organisierten unterrichts ueber die eigenschaften des menschlichen geistes durch kundige lehrer, bloss drogen, allen voran cannabis, einen einstieg in die welt des unterbewusstseins. und ich glaube nicht dass es zu ihrem vorteil ist wenn man ihnen das vorenthaelt oder verleidet. ich glaube im gegenteil dass zu einem gewissen anteil aus kiffenden jungen menschen meditierende erwachsene werden, und aus alkoholtrinkenden jungen menschen bloss alkoholtrinkende erwachsene...
und fuer erwachsene gilt wohl dass man es als luxus ansehen muss wenn man von job und gesellschaftlichen verpflichtungen nicht dermassen vereinnahmt wird dass man sich eine taegliche meditationsuebung leisten kann. der effektivere einstieg in die meditation mittels cannabis kann da eine gute alternative sein.

da die benutzung von cannabis (bei guenstigen verabreichungsmethoden) keinerlei negative auswirkungen auf die konsumenten hat muss man als grund fuer die jahrzehntelange eisern durchgehaltene prohibition andere motive annehmen. die sorge um die volksgesundheit kann es ja nun wirklich nicht sein.
ist cannabis vielleicht eine grosse gefahr fuer die verkehrssicherheit? mitnichten. alkohol ist da die droge mit den verheerendsten folgen, cannabis traegt kaum zu unfaellen bei (23). sollte jemand beim bekifften autofahren erwischt werden koennte man ihn genauso behandeln als ob er alkoholisiert gefahren waere, eine weltweite daemonisierung von cannabis muss daraus nicht resultieren.
oder geht von cannabis eine soziale gefahr aus? ebenfalls nein, cannabis macht weder aggressiv noch lethargisch noch dumm (im gegenteil (19)), es gibt keine beschaffungskriminalitaet weil cannabis nicht suechtig macht und, wenn ueberhaupt, nur eine sehr flache toleranzkurve hat.

selbst wenn man davon ausginge dass langanhaltender hochdosierter cannabis konsum zu antriebslosigkeit fuehrt (was aber durch studien widerlegt wurde): was waere so schlimm daran wenn sich ein bestimmter anteil der bevoelkerung nicht im gleichen ausmass am kampf um die resourcen (geld, macht und sexualpartner) beteiligt? menschen, die unter dem steigenden, aufgezwungenen konkurrenzkampf mit ihren mitmenschen leiden, wuerden das sicher als entspannend empfinden. und selbst unsere umwelt wuerde davon profitieren, wenn nicht mehr jeder versucht zu kriegen was er kann, sondern vielleicht nur noch was er wirklich braucht. (25)
also: nein, es bleibt nur ein motiv fuer die prohibition, wenn die verantwortlichen behoerden das auch niemals zugeben wuerden: die angst naemlich dass eine bevoelkerung, die zu einem zu hohen anteil kifft, schwerer regierbar wird, da sie alles hinterfragt und sich nicht einschuechtern laesst. (cannabis-konsumenten neigen auch zu pazifismus, was zumindest in den kriegerischen usa, dem land in dem die drogenpolitik der ganzen welt ihren ursprung hat, sehr unbeliebt ist.)

jede regierung operiert mit der angst der menschen, ist geradezu auf sie angewiesen, da ihr fuehrungsanspruch, wenn er nicht mit geistiger ueberlegenheit oder groesserer verantwortung begruendet werden kann (und das faellt zunehmend schwerer), nur noch mit schutz vor gewalt und elend zu rechtferigen ist.
nach dem 11.sept 2001, (und noch vor den anschlaegen von madrid und london), gab es da auch nur einen einzigen politiker der sagte dass die gefahr in oesterreich vielleicht doch nicht so gross sei? oder dass es sich nicht um einen kampf der muslime gegen die freie welt und ihre werte handelt sondern um widerstand gegen amerikanische (und spaeter britische und spanische) militaerpraesenz in muslimischen laendern?
nein, jeder goss oel ins feuer, jeder betonte es koenne immer und ueberall passieren, niemand sei sicher. und dann erfreuten sie sich an den fruechten der angst, naemlich geringen widerstand der buerger gegen videoueberwachung, gegen das erfassen von immer neuen biometrischen daten, gegen das abhoeren von telefonen und lesen von emails und gegen eine schleichende bescheidung aller buergerrechte.
2007, 6 jahre nach dem initialereignis, sind die regierungen der welt immer noch dabei aus der angst der buerger vor terror kapital zu schlagen, mit immer neuen vorstoessen: mithoeren und speichern von telefonaten (auch ohne richterlichen beschluss), ortung von mobiltelefonbenutzern, kopieren von daten von privaten pcs mittels trojanern. die u.s. regierung hat gerade wieder die einreisebestimmungen verschaerft: ab nun werden an allen flughaefen die abdruecke beider ganzer haende gescannt und 75 jahre gespeichert. alles im namen der sicherheit, die angeblich nicht anders zu gewaehrleisten ist. denn die andere moeglichkeit, dass naemlich die kriege um oel beendet werden, die unterlegenen voelker nicht mehr unterdrueckt, und die islamische welt nicht mehr diffamiert und provoziert, steht ja nicht zur diskussion.

und auch die angst vor dem verlust von nahrung und obdach (die eigentlich als unserer "hochentwickelten" zivilisation unwuerdig erkannt werden sollte) spielt im kapitalismus eine rolle bei der motivation der massen zur selbstausbeutung, und muss daher aufrechterhalten werden.
dabei sollte eine regierung, die innerhalb von jahrzehnten nicht faehig ist fuer soziale gerechtigkeit zu sorgen und ein wirtschaftssystem einzufuehren das allen buergern arbeit bzw. ein menschenwuerdiges leben garantiert, ihren fuehrungsanspruch eigentlich verlieren. doch die angst haelt die menschen bei der stange.
wie kommt es zu einer arbeitslosenrate die ueber jahrzehnte zwischen 5 und 10% liegt? was kann das anders sein als eine geschickt kultivierte menge von verlierern die als abschreckendes beispiel den rest der bevoelkerung trotz geringerer loehne, laengerer arbeitszeiten und gekuerzter sozialleistungen (sprich "reformen") zum weitermachen motiviert?
ein kiffer, der weniger arbeitseinsatz zeigt, ist der nun faul oder hat er erkannt wie sehr er ausgenutzt wird und wie sehr hier auf eine weise mit der angst vor hunger, obdachlosigkeit und sozialer aechtung operiert wird, die uns eigentlich alle beschaemen sollte? (die einen weil sie diese angst benutzen, die anderen weil sie sich nicht dagegen auflehnen)

ich muss hier einfuegen dass es menschen gibt die meine meinung, dass cannabis sich nicht zur flucht vor der realitaet eignet, nicht teilen. und auch wenn mir diese art der benutzung von cannabis nicht moeglich ist, muss ich einraeumen dass ich das nicht fuer alle anderen menschen ausschliessen kann: wenn es jemand wirklich darauf anlegt kann er sich wohl auch mit cannabis betaeuben, auch wenn diese droge das von sich aus nicht nahelegt. das liegt dann aber eben nicht an cannabis sondern am unbedingten willen seiner benutzer das zu tun, den sie zumeist darin zeigen dass sie zusaetzlich zu cannabis auch noch andere drogen benutzen um ihr denken zu unterbinden, vor allem alkohol. und wieder muss man sagen dass die schuld an solchem verhalten zuallererst bei der gesellschaft zu suchen ist, die ihre buerger zu oft einem zu grossen druck aussetzt, ihnen zu wenige ausweich- und zerstreuungsmoeglichkeiten bietet und keine methode kennt um das unterbewusstsein mit dem verstand zu synchronisieren, eine gesellschaft die dem stupiden streben nach materiellen guetern keine spirituellen ziele entgegenzusetzen hat. diesen missstand mit einer totalen prohibition und verteufelung von cannabis zu loesen ist die schlechteste aller moeglichkeiten.

ein argument der gegner einer lockerung der drogenprohibition ist dass es voelker gibt die drogen in ihre kultur integriert haben und andere, die das eben nicht haben, und dass eine solche integration aber die voraussetzung fuer den sicheren umgang mit drogen darstellt.
dieses argument kann aber nicht fuer cannabis gelten, da cannabis schon einmal in unsere kultur eingebettet war: leute haben "knaster" geraucht, und gegen kopfschmerzen, menstruationsbeschwerden und depressionenen gab es eine cannabistinktur, die meistverkaufte medizin zu dieser zeit in europa.
das hat die pharmaindustrie nicht davon abgehalten cannabis durch chemische praeparate zu ersetzen, und die politik nicht cannabis zu verbieten. (die us-regierung wollte cannabis, die pflanze, einmal allen ernstes weltweit ausrotten...)
ausserdem muss man sagen dass unsere gesellschaft das "jeder gegen jeden"- und das "ich will alles und das jetzt"-prinzip (24) auf die spitze treibt und den exzess liebt. waeren kokablaetter bei uns legal wuerde jeder daraus kokain machen. fuer einen sicheren umgang mit drogen ist also weniger die integration der droge in traditionen und rituale noetig, als die faehigkeit zur maessigung und eine entschaerfung des konkurrenzkampfes zwischen den menschen.
da gier aber die treibende kraft in unserem wirtschaftsystem ist und aus diesem grund kultiviert wird, bleibt aus sicht der politik nur die radikale prohibition aller psychoaktiven substanzen, da ihr konsum mit der staatlich verordneten unmaessigkeit unvereinbar ist.
es soll keine menschen geben die, durch die wirkung von cannabis konditionierungen aufzubrechen, das spiel durchschauen und sich ihm entziehen, und damit womoeglich ein beispiel fuer andere abgeben. es soll keine beispiele dafuer geben dass mehr nicht immer besser ist.
ausserdem, wer die globalisierung mit ihrem weltweiten warenverkehr begruesst, wer gerne innerhalb weniger stunden auf die andere seite der erde reist, wer ueber die medien mit anderen kulturen verbunden ist, kann nicht bei drogen ploetzlich sagen die waeren uns zu fremd.
und zuletzt: wer sagt denn dass nicht eine cannabis-kultur (aehnlich der weinkultur) entstuende wenn cannabis endlich frei waere. sie existiert ja bereits jetzt, wenn sie sich auch vor den behoerden verstecken muss und sich nicht in der oeffentlichkeit austauschen kann.

drogen tragen zur bildung von weltanschauungen bei. indem sie ihnen vorschreibt welche rauschmittel sie nehmen duerfen und welche nicht, nimmt eine regierung auf chemischem weg einfluss auf die denkweisen der buerger, auf einer tiefen ebene die anders wahrscheinlich gar nicht zu erreichen waere ohne sofort als einmischung in private angelegenheiten aufzufallen. (so aber kann die sorge um die gesundheit vorgeschoben werden.)
offensichtlich ist die materialistische, koerperbetonte, gewalttaetige und die beduerfnisse der mitmenschen ignorierende weltsicht, die durch das zell- und nervengift alkohol beguenstigt wird, auch die die es leichter hat sich durchzusetzen, da cannabis-liebhaber dazu neigen den konflikt zu scheuen und alkohol-liebhaber eben nicht.
ein richter in deutschland sagte einmal: wenn sich alle kiffer zusammentaeten waere die prohibition innerhalb eines jahres geschichte.

es gibt keine wirkliche rechtfertigung fuer die prohibition von cannabis, sie entzieht den menschen ein hervoragendes mittel den sinn ihres lebens zu erkennen, ihr glueck zu finden und ein erfuelltes und entspanntes leben zu fuehren. sie verstoesst somit gegen die fundamentalsten menschenrechte. denn wenn es schon (noch) kein recht auf rausch und trance geben mag, so doch eines auf die suche nach glueck und auf ein selbstbestimmtes leben. bei der verfolgung der cannabis-konsumenten macht die regierung aber weder bei der haustuer halt (sondern laesst mit infrarotsensoren in haeuser spaehen um ueber die waermeabstrahlenden lampen selbstgezogene cannabis-pflanzen aufzuspueren), noch vor der grenze des koerpers (sondern laesst haare entnehmen und blut abzapfen ohne medizinischen anlass und ausschliesslich zum nachteil des betroffenen).
die machtansprueche der regierungen machen nicht einmal vor den gedanken der menschen halt, sondern sie versuchen sie, wie gesagt, ueber die auswahl der zur verfuegung stehenden rauschmittel zu beeinflussen.
es kann gar nicht genug betont werden dass unser geist von den versuchen der kontrolle durch andere frei zu halten ist, und dass unser koerper uns gehoert und sonst niemandem!

bei drogentests wird auf blossen verdacht in den koerpern der betroffenen herumgeschnueffelt, und die beweislast auf unzulaessige weise umgekehrt: nicht der anklaeger muss dabei die schuld des angeklagten beweisen, sondern der angeklagte seine unschuld. durch tests die er, selbst wenn sie negativ ausfallen, selbst bezahlen muss und die beliebig oft und ohne wirklichen grund (wie im suchtmittelgesetz ausdruecklich festgehalten) wiederholt werden koennen. der verzehr von mohnstrudel kann dabei zu einem positiven opiattest fuehren, der verzehr von hanfoel zu einem positiven cannabis-test, auch koffeinhaltige getraenke koennen einen in schwierigkeiten bringen, und all das ohne die moeglichkeit sich herauszureden. wenn jemand verdaechtig aussieht wird er also besser auf diese nahrungsmittel verzichten. absurd, nicht?

die umkehr der beweislast auf die spitze trieben die oesterreichischen behoerden 1999 in den prozessen die der "operation spring" folgten, der verhaftung von mind. 120 nigerianern in wien, ihrer anklage und verurteilung wegen drogenhandels.
im dokumentarfilm von angelika schuster und tristan sindelgruber kommt zur sprache dass die polizei (und das gericht hat das so uebernommen und damit bestaetigt) nur noch zu sagen brauchte: "es gilt als erwiesen das herr x eine nicht naeher bekannte, aber sicher erhebliche menge suchtgift an nicht naeher bestimmten orten zu nicht naeher bestimmten zeiten an nicht mehr bestimmbare konsumenten verkauft hat."
damit hebelt man natuerlich jede verteidigung aus, denn wo jemand zu einer unbestimmten zeit war kann er ja nicht sagen, ebensowenig wie er sagen kann ob er jemals an einem unbestimmten ort war. somit hat er den anklaegern nichts konkretes entgegenzusetzen. (die verfasser der doku kommen daher zum schluss dass die meisten der 120 leute wahrscheinlich zu unrecht sassen, bzw. noch sitzen. es scheint als ob das ganze bloss ein racheakt der polizei war, provoziert durch die proteste von nigerianern, die auf den tod von markus omofuma in polizeigewahrsam folgten. die personen, die diesen demos beiwohnten, und jene, denen 1999 die mitgliedschaft in einer verbrecherischen organisation unterstellt wurde, sind jedenfalls die gleichen, sagt ein anwalt da.)

in den letzten jahren sind zwei studien veroeffentlicht worden die das rauchen von cannabis als schaedlich bezeichnen: eine erkannte dass dabei mehr teer entsteht als beim rauchen von zigaretten, eine andere sagte aus dass durch pflanzenfasern, die dabei in die lunge gelangen, entzuendungen entstehen und kiffer daher "kandidaten fuer lungentransplantationen" seien. beide studien machen aber den fehler von einem isolierten mechanismus auf die allgemeine wirkung von cannabis auf die lunge zu schliessen. teer von cannabis ist nicht gleichzusetzen mit teer von tabak, und der entzuendungsfoerdernden wirkung von inhalierten pflanzenfasern auf die lunge steht die entzuendungshemmende wirkung der inhaltsstoffe von cannabis gegenueber. was allein aussagekraft darueber hat, ob das rauchen von cannabis die lunge belastet, ist wohl eine erhebung der haeufigkeit von lungenerkrankungen unter kiffern, und die haben in der vergangenheit keine erhoehte neigung zu lungenschaeden oder gar lungenkrebs festgestellt, eher eine verminderte. im februar2008 bestaetigte nun eine studie dass cannabis ein enzym blockiert das krebs zum entstehen und ausbreiten benoetigt...

man mag bei allen anderen drogen verschiedener ansicht sein darueber in welchem ausmass man sie der bevoelkerung zugaenglich machen kann und sollte, aber bei cannabis duerfte es eigentlich keine diskussion geben. zu eindeutig sind nutzen und gefahrlosigkeit.
daher hoffe ich dass die jahrzehnte dauernde phase der repression, des bespitzelns und denunziierens, und der strafverfolgung von cannabis konsumenten bald enden wird und derjahrtausende waehrende freie zugang jedes menschen zu dieser pflanze endlich wieder moeglich ist.

wer findet dass die cannabis prohibition und die verfolgung der konsumenten ungerechtfertigt ist, sollte dies den verantwortlichen politikern schreiben.
und wer cannabis verwendet um daraus inspiration fuer kuenstlerischen ausdruck zu finden, sollte in der oeffentlichkeit dazu stehen. ich habe nie verstanden was cool daran sein soll wenn kuenstler und musiker damit hinterm berg halten, so als ob es sich dabei um ein laster handelte fuer das man sich schaemen muss.
jeder kuenstler der nicht oeffentlich sagt in welchem ausmass cannabis zur schaffung seiner werke beitraegt macht sich meiner meinung nach mitschuldig an der aufrechterhaltung der prohibition und der verfolgung seiner gesinnungsgenossen.
das bild vom kuenstler der cannabis benutzt um ueber seine arbeit etwas zur kultur der menschheit beitraegt spielt naemlich keine rolle in der allgemeinen ansicht ueber diese droge, weil diese kuenstler ihren konsum verheimlichen. dabei wuerde es die bewertung durch die gesellschaft radikal veraendern, wenn unsere nuechternen mitbuerger wuessten was alles entsteht unter dem einfluss von cannabis, und wer es aller benutzt, naemlich nicht nur jugendliche um sich dicht zu machen, sondern erwachsene die schoepferisch taetig sind, die dadurch ideen haben, die geistreich und genial sind, und die ihr innerstes erforschen um zu schreiben, zu philosophieren, zu malen, musik zu machen, etc.
oder, wer weiss schon wieviele arbeiter sich damit von einem anstrengenden tag erholen und es auf diese weise schaffen ihre schwere und/oder monotone arbeit viele jahre lang auszufuehren, zum wohle der allgemeinheit? und das ohne allzuviel angebot der zerstreuung, ohne moeglichkeiten zum persoenlichen ausdruck zur verfuegung gestellt zu bekommen. wieviel mehr beschaeftigungs- und ausdrucksmoeglichkeiten muesste man den menschen bieten wenn man sie dieser moeglichkeit der entspannung und inspiration beraubte?
es mag schon sein dass in einer idealen welt drogen nicht mehr noetig sind, aber von einer idealen welt sind wir sehr weit entfernt.
bis dahin daher...

blumenkraft!


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

quellen

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


nachtrag 1:
in der bbc-doku "das drogen-abc" (ein wissenschaftlich fundiertes (und doch reichlich subjektives) ranking von 20 drogen anhand ihrer gefaehrlichkeit) wird cannabis im mittelfeld gefuehrt.
als begruendung dafuer nennen die autoren dass cannabis die lunge schaedige und psychosen verstaerken bzw. ausloesen koenne.
dieser film entstand offenbar zu einer zeit als die autoren die beiden oben genannten studien beruecksichtigen konnten, die cannabis bescheinigen mehr teer und pflanzenfasern im rauch freizusetzen als tabak, und die daraus ein erhoehtes krebsrisiko fuer konsumenten ableiten, nicht aber die studie die entdeckte dass cannabis ein enzym blockiert das krebs zur entstehung und ausbreitung benoetigt. ansonsten haetten sie die beiden effekte wohl nicht automatisch als gesundheitsschaedlich bewertet.
nocheinmal: das alles (alle drei) sind isolierte mechanismen und ihre aussagekraft ist gering, da sich in cannabis 400 aktive substanzen befinden die auf eine weise interagieren die noch niemand versteht. aussagekraft haben einzig untersuchungen darueber ob kiffer eher zu krebs neigen als nicht-kiffer, und die kommen zum schluss: nein, kiffer bekommen nicht haeufiger lungenkrebs.

nachtrag 2:
michael haneken, oesterreichischer filmemacher, beklagt dass wir durch die grosse menge an nachrichten und ihre auf unterhaltsamkeit getrimmte aufbereitung an sie kein erleben mehr knuepfen, keine erfahrung.
in der oben benutzten ausdrucksweise wuerde er wohl sagen dass wir zwar mit symbolen bedient werden, wir uns aber keine vorstellung machen was so erfahrene im detail bedeutet. unsere symbole bleiben leer, da eine detaillierte auseinandersetzung mit allen aspekten der in diesen nachrichten beschriebenen situationen infolge des zeitdrucks ausbleibt. erst darueberhinausgehende beschaeftigung mit den beschriebenen situationen (krieg z.b.) verleiht der oberflaechlichen nennung der ereignisse (die form in der sie normalerweise konsumiert werden) die noetige tiefe.

nachtrag 3:
bestaetigung fuer die aussage dass der cannabis rausch eine oeffnung zum unterbewusstsein schafft:
es wird schwer saetze zu verstehen die doppelte verneinungen beinhalten. mit einer verneinung allein tut man sich im zustand des rausches ja schon schwer, aber zwei koennen dazu fuehren dass es uns gar nicht mehr gelingt die eigentliche aussage zu entwirren. wir muessten ihre bedeutung ja mehrmals umkehren, und das ist normalerweise eine aufgabe fuer den verstand.
will man ernsthaft bewerten ob cannabis die intelligenz beeintraechtigt oder nicht muss man wohl testverfahren anwenden die auch das nicht-analytische denken ansprechen, oder ueberhaupt eine getrennte bewertung vornehmen, von verstandesmaessigen leistungen einerseits und von emotionalen, bildhaften, sozialen und die geistige reife betreffenden andererseits.

nachtrag 4:
ueber wolfgang neuss, einen deutschen komiker und haschischkonsumenten, der immer zu seinem konsum gestanden ist und deswegen auch einmal vor gericht stand, sagt ein freund: "er hat sich gesammelt, durch seinen cannabiskonsum, er hat sich damit nichts zerstoert."
leider nahm neuss 7 jahre lang schlaf- und aufputschmittel, was ihn mit der zeit alt und verbraucht ausehen liess und ihn seine zaehne kostete. das schrieben seine zeitgenossen natuerlich ohne zu differenzieren den "drogen" zu. in der gerichtsverhandlung fragte ihn die richterin dann auch: "herr neuss, glauben sie allen ernstes dass ihnen das haschisch nicht geschadet hat?"
ja, das glaubte er wohl, und ich moechte mich dieser ansicht anschliessen...

nachtrag 5:
neue untersuchungen mit meditierenden zeigen dass zwei moeglichkeiten der bewusstseinsveraenderung einsetzen die dem oben beschriebenen entsprechen: die moeglichkeit sich in grossem ausmass auf einzelaspekte zu konzentrieren, sowie die neigung viele aspekte gleichzeitig bewusstwerden zu lassen, das blickfeld also zu weiten.
das verstehe ich als bestaetigung fuer meine ansicht dass sich die mittels cannabis induziierte meditation im ergebnis nicht von meditation durch andere techniken unterscheidet.

nachtrag 6:
wenn ich unter dem einfluss von cannabis einen film sehe, den ich schon einmal gesehen habe, was geschieht dann?
nuechtern wuerde ich gelangweilt sein, weil mir der ausgang der handlungsstraenge ja bekannt ist. unter dem einfluss von cannabis hingegen werde ich auch beim zweitenmal den film als ausgangspunkt fuer eigene, weitergehende betrachtungen nutzen, genauso wie schon beim ersten mal. die fuehren ja nicht zu den selben inhalten, bloss weil der ausgangspunkt derselbe ist.
fuer einen aussenstehenden muss es aber so aussehen als ob ich unter dem einfluss von cannabis leicht zu unterhalten waere, anspruchslos. kann ich doch ein und denselben film mehrmals sehen und ihn immer wieder interessant finden. angenommen ich waere jetzt jemand der nicht gut ist im beobachten seiner gedanken, oder im mitteilen derselben durch sprache, kann ich anderen ja gar nicht verstaendlich machen dass ich mich ja gedanklich keineswegs bloss bei diesem film aufgehalten habe.

ich moechte hier uebrigens nicht den eindruck erwecken das ansehen eines films waere die bevorzugte taetigkeit im cannabis rausch, das ist ja meiner meinung nach die meditation. es stellt bloss ein gutes beispiel dar um den rauschzustand zu erklaeren, da sich jeder filme ansieht und weiss wie er darauf reagiert. diese taetigkeit bietet sich fuer vergleiche zwischen den beiden zustaenden (rausch und nuechtern sein) an.

nachtrag 7:
am 16. jaenner 2009 brachte das 3sat wissensmagazin nano einen beitrag ueber eine neue therapie fuer jugendliche kiffer, bei der die eltern miteinbezogen werden und die darum erfolgreicher ist als andere.
ein vater sagt darin dass sein sohn vor dieser therapie aggressiv reagierte wenn er bestimmten zwangssituationen ausgesetzt war.

imbeitrag sieht man: die therapie war erfolgreich. offenbar kann der sohn nun wieder zwangssituationen ausgesetzt werden, halleluja!
zurueck bleibt natuerlich der eindruck dass kiffen ein problem darstellt, und dass es jugendliche betrifft, was beides nur ein kleiner ausschnitt der realitaet ist. um ein realistischeres bild vom cannabiskonsum zu zeichnen muesste man dem jugendlichen mindestens einen erwachsenen kiffer gegenueberstellen, dem es mit seinem konsum gut geht und dem er nuetzt um kreativ taetig zu sein. doch das unterbleibt natuerlich...
und man koennte ja auch auf den gedanken kommen dass man jugendliche auch noch anders erziehen und sozialisieren kann als mit zwang.

nachtrag 8:
090408: der gehirnforscher manfred spitzer erklaert in einer tv sendung auf br alpha dass in experimenten nachgewiesen wurde, dass probanden mentale aufgaben (worte beurteilen oder erinnern z.b.) nicht besser loesen koennen wenn sie sich bewusst anstrengen. auch wenn sie sich nicht anstrengen arbeitet ihr unterbewusstsein an der loesung und kommt genauso schnell zum ergebnis (das es dann dem bewusstsein uebergibt). bei schweren aufgaben ist die unbewusste loesungssuche sogar schneller als die bewusste. er bestaetigt auch dass die unbewussten prozesse immer laufen, und bloss manchmal durch die bewussten behindert werden.